«Doppelpunkt» - Das Schweizer Magazin für Weltoffene

Allein zu Hause

Endlich Ferienzeit!

Wo ich hinfahre? Wie immer – vier Mal die Woche morgens nach Dättwil in die Redaktion, abends wieder nach Hause. An der Bushaltestelle stand ich heute in der Früh alleine. Die Unterführung meines Ausgangsbahnhofs – normalerweise wegen der gemischten Nutzung von Zugpendlern und Fahrradfahrern ein lautes und gefährliches Gedränge – ist diese Woche Oase der Ruhe, genauso wie der Perron, wo wir am Morgen zu dritt auf den Interregio warteten. Kein Gedränge vor den Türen, massenhaft freie Plätze im Zug – sogar am Fenster! – rundeten mein Ferienerlebnis ab. In die richtige Stimmung war ich schon am Wochenende gekommen. Mein Sonntagsspaziergang am Fluss mit Hund Hugo, normalerweise ein Spiessrutenlauf zwischen Joggern und Kinderwagen, gehörte diesmal ganz der Kontemplation in Natur und Gedanken. Auf der Badeinsel dann die Qual der Wahl, wo das Badetuch auszubreiten sei; auf der grossen, leeren Wiese oder im Schatten unter dem Baum am Flussufer an dem Plätzchen, das sonst nie frei ist? Sorge darum, dass mir während des Badens etwas aus dem Rucksack gestohlen werden könnte? Ach wo – ist ja kein Mensch in der Nähe!

Ferien sind etwas Wunderbares. Die eigenen sowieso. Aber fast noch mehr die der Anderen.

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