Kundendienst: Tel. 056 203 22 33 kundendienst@dornbusch.ch

«Gönne dich dir selbst. Ich sage nicht, tu das immer. Ich sage nicht, tu das oft. Ich sage, tu es immer wieder einmal.» Der Zisterzienserabt und Mystiker Bernard de Clairvaux zielte mit seinen Worten umfassend auf die menschliche Existenz. «Tu es immer wieder» gilt aber zweifellos für den Schlaf. Denn schlafen hat viel mit «Gönne dich dir selbst» zu tun. Warum sehen das viele anders? Warum meinen so viele, eine Fernsehübertragung bis Mitternacht, eine Netflix-Session im Bett sei besser als Schlaf? Diese Güterabwägung hängt mit der Selbstwahrnehmung zusammen. Hand aufs Herz: Nehmen Sie Ihre Kräfte wahr? Erlauben Sie sich am Frühabend, einfach müde zu sein und alles liegen und stehen zu lassen? Es gibt immer gute Gründe, diese Wahrnehmung zu verdrängen, weil anderes wichtiger erscheint.

Das mag objektiv vielleicht auch stimmen. Aber ein müder Körper ist in der Regel auch geistig reduziert und vermag es nicht mehr, eine gute Leistung in einem gesunden Verhältnis von Aufwand und Zeit zu erbringen. Entscheidend ist somit die innere Haltung: die Müdigkeit wahrnehmen, sich die Müdigkeit eingestehen und dann zum Anwalt des eigenen Körpers werden. Das heisst, für schlafen plädieren und sich gegen aufräumen, bügeln oder fernsehen stellen. Körperliche Selbstfürsorge zielt darauf ab, Druck und Belastungen so zu reduzieren, dass keine körperlichen und seelischen Schäden auftreten. So ist wissenschaftlich erwiesen, dass schon ein geringfügiger Schlafmangel das Immunsystem schwächt. Wer pro Nacht sechs Stunden oder weniger schläft, erkältet sich viermal häufiger als ein Langschläfer. Und das unabhängig von anderen Faktoren wie Stress oder Alter, die die Gesundheit beeinträchtigen können. Zudem hat sich gezeigt, dass Schlafmangel den Risikofaktor für Depressionen erhöht. Derweil gilt genügend Schlaf als Prävention für gewisse Formen von Depression. Denn Schlafmangel erschwert die Stressbewältigung, behindert das Urteilsvermögen und auch den Umgang mit Freunden. Das führt leicht zu depressiven Verstimmungen, die Welt erscheint schwarz, Lösungen unmöglich. Viele sind sich zu wenig bewusst, dass neben Ernährung und Bewegung der Schlaf die dritte Säule der Lebensenergien darstellt. Dennoch ist die Meinung verbreitet, mit wenig Schlaf auszukommen, sei ein besonderes Leistungsmerkmal. Politiker und Manager, die wenig schlafen, werden als besonders leistungsfähig und effizient gesehen. Tatsache ist aber, sie nehmen sich wenig oder kaum mehr wahr. Und wer sich und seinen Körper nicht wahrnimmt, kann auch andere kaum wahrnehmen. Deshalb sind Politiker und Manager mit einem permanenten Schlafdefizit nicht besonders leistungsfähig, sondern eine Gefahr für die Gesellschaft. Fazit: Gönnen Sie sich genügend guten Schlaf, auch der Welt zuliebe.