Kundendienst: Tel. 056 203 22 33 kundendienst@dornbusch.ch

Der Bundesrat hat vor einer Woche das öffentliche Leben massiv eingeschränkt, was viele auch als Einschränkung der körperlichen Bewegungsfreiheit und als Grund für ihre Gewichtszunahme sehen. Das ist jedoch ein doppelter Irrtum. Denn es dreht sich alles um das eigene Mikrobiom. 

von Anton Ladner

Irgendwann kam der Glaube auf, dass sich mit Körperbewegung das Gewicht regulieren lasse. Das stimmt, nur ist dazu enorm viel Bewegung notwendig. Stundenlanges Velofahren zum Beispiel, um die Kalorien eines Mittagessens zu verbrennen. Die Körperbewegung allein führt fast nie zu einer Gewichtsreduktion.

Gewichtskontrolle beginnt deshalb nicht mit Körperbewegung, sondern in der Küche und am Tisch. In der Ernährung haben in den vergangenen Jahren allerdings einige Paradigmenwechsel stattgefunden. Nur ein Beispiel: Fett galt lange als ungesund und gefährlich. Roche brachte mit Xenical die Lösung auf den Markt. Es verringert – ohne den Appetit zu zügeln – die Resorption von Fett und damit die Energieaufnahme aus dem Darm, indem fettzerlegende Enzyme gehemmt werden. Doch die Fetterlösung für die Welt war dann doch keine.

Das Nachrichtenmagazin Spiegel schrieb gross auf dem Titel «Die Fettlüge» und legte dar, dass die Fakten anders liegen würden. Danach kam Zucker ins Fadenkreuz und die Lösung war der künstliche Süssstoff. Inzwischen weiss man, dass künstlich gesüsste Nahrungsmittel die Lust auf Zucker nicht reduzieren und sehr wahrscheinlich das Mikrobiom schädigen.

Wer körperliche Selbstfürsorge praktizieren will, schenkt heute deshalb seinem Mikrobiom Beachtung. Der Begriff Mikrobiom bezeichnet die Gesamtheit der Mikroben, die Bakterien, Viren und Pilze, die im Körper zusammenwirken. Sie sind, so der Stand der Wissenschaft heute, ganz entscheidend für das körperliche Wohlbefinden und das Immunsystem. So weist heute einiges darauf hin, dass die Wirkung von aufgenommenen Kohlenhydraten individuell ist, weil sie vom Mikrobiom abhängt. Bakterien, Viren und Pilze können auf Teigwaren, Reis oder Brot sehr unterschiedlich reagieren, indem nur das eine oder andere bei einem Überschuss in Fett umgewandelt wird. 

Fazit: Um sein Gewicht zu kontrollieren, muss man seinem Mikrobiom Beachtung schenken, um herauszufinden, wie es reagiert. Das heisst, sich auf seinen Körper einlassen und ihn beobachten. Mit einer ausgeglichenen Ernährung kann man für sein Mikrobiom Sorge tragen. Ballaststoffe aus Gemüse und Früchte wirken sich nachweislich positiv auf das Mikrobiom aus. Nicht die Beschränkungen des Bundesrates führen zu Gewichtszunahmen, sondern fehlende Einschränkungen in der Küche.

Share This