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Anne Challandes
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Mein achtsamer Blick:

 

Alexandra Karle
Geschäftsleiterin der Schweizer Sektion von Amnesty International

Jetzt mit offenem Herzen 

Der Bundesrat will keine grössere Gruppe von afghanischen Flüchtlingen aufnehmen, sondern nur lokale Mitarbeitende und ihre Familien, also rund 230 Personen. Dies ist für Amnesty International angesichts der Krise in Afghanistan eine unhaltbare Position. Das frühere Taliban-Regime war für seine Brutalität und die völlige Missachtung der Menschenrechte bekannt. Die Rechte von Frauen und Mädchen waren stark eingeschränkt, Minderheiten wurden brutal verfolgt, die freie Presse und zivilgesellschaftliche Organisationen waren verboten und Hinrichtungen nach unfairen Gerichtsverfahren an der Tagesordnung.

Untersuchung von Amnesty International
Es gibt bereits wieder zahlreiche Berichte – darunter
eine eben veröffentlichte Untersuchung von Amnesty International –, die zeigen, wie Taliban-Kämpfer während der jüngsten Eroberung Afghanistans Menschenrechtsverstösse begangen haben. Die Schweiz sollte nicht nur die Nachbarstaaten Afghanistans und andere Länder in der Region mit humanitärer Hilfe bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise unterstützen, sondern auch eine grössere Zahl von Afghanen und Afghaninnen, die zu Recht um ihr Leben und das ihrer Familien fürchten, unverzüglich in der Schweiz aufnehmen und schützen. 

Achtsamer Blick
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In einer Petition fordert deshalb Amnesty International zusammen mit Schweizer Partnerorganisationen den Bundesrat aufunverzüglich ein grosses Kontingent bedrohter Afghanen und Afghaninnen über sichere Fluchtwege aufzunehmen  durch erleichterte Visa-Anträge, eine Beschleunigung der Familienzusammenführung und eine Aufstockung der Resettlement-Plätze. Es dürfen keine Personen nach Afghanistan zurückgeschafft werden, alle abgewiesenen Asylsuchenden aus Afghanistan sollten angesichts der aktuellen Lage die Möglichkeit auf eine Wiedererwägung ihres Asylgesuchs und zumindest eine vorläufige Aufnahme gewährt bekommen. 

Die internationale Gemeinschaft muss zudem alles daransetzen, die sichere Ausreise aller Personen aus Afghanistan zu gewährleisten, die Gefahr laufen, von den Taliban ins Visier genommen zu werden. Dazu gehören die Beschleunigung der Visaerteilung, die Unterstützung bei der Evakuierung des Flughafens Kabul, die Gewährleistung von Umsiedlungen und Neuansiedlungen (Resettlement und Relocation) sowie die Aussetzung aller Abschiebungen und Zwangsrückführungen. Der UNO-Sicherheitsrat sollte eine Dringlichkeitsresolution verabschieden, in der die Taliban, die das Land nun faktisch kontrollieren, aufgefordert werden, die internationalen Menschenrechtsnormen zu achten, und der UNO-Menschenrechtsrat muss eine sogenannte Fact-Finding-Mission nach Afghanistan in die Wege leiten, um Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren und Beweise zu sammeln. 

Alexandra Karle, Geschäftsleiterin der Schweizer Sektion von Amnesty International, Copyright Amnesty / A. Schmidburg 

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