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Alkohol
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Achtsamkeitsimpuls:

 

Während des Corona-Lockdowns wird mehr Alkohol getrunken. Alkohol hebt in der Regel die Stimmung, er entspannt und wirkt sogar antidepressiv – kurzfristig. Sorgen rücken dann etwas in den Hintergrund, die Zuversicht steigt – kurzfristig. Aber Alkohol taugt nur sehr beschränkt als emotionale Selbstfürsorge. 

von Anton Ladner

 

 

Die schlechte Nachricht vorweg: Alkohol ist ein Zellgift und deshalb gibt es keinen komplett unbedenklichen Alkoholkonsum. Die Annahme, ein Glas Rotwein pro Tag schütze das Herz, wurde widerlegt. Doch diese Studie von 2018 wird wiederum durch die Realität im Mittelmeerraum, wo ein Glas Wein zum täglichen Essen gehört, infrage gestellt. Hinzu kommt der Lustfaktor. Was dem Körper schadet, tut manchmal der Seele so gut, dass der Körper davon profitiert. Das ist zum Beispiel beim Zucker exemplarisch der Fall. Beim Alkohol hat die Weltgesundheitsorganisation WHO Empfehlungen für den täglichen Konsum erlassen.

Sie gibt als Richtwert zehn Gramm pro Tag für gesunde Frauen und 20 Gramm für gesunde Männer an. 20 Gramm Alkohol enthält etwa ein halber Liter Bier oder ein Viertelliter Wein. Dieser Wert zeigt jedoch schon, wie problematisch Richtmasse sind. Zwischen einem Mann mit 75 Kilo Körpergewicht und einem grossen Mann mit 100 Kilo bestehen entscheidende Unterschiede. In Deutschland liegt der Wert für risikoarmen Konsum bei 24 Gramm (Männer) bzw. zwölf Gramm (Frauen) pro Tag, bei zwei Tagen Enthaltung pro Woche. Laut Erhebungen wird aber in Deutschland im Schnitt fast das Doppelte pro Tag konsumiert. Mehrere Umfragen in verschiedenen Nationen haben zudem gezeigt, dass der Alkoholkonsum während des Lockdowns im Frühling im Schnitt bei einem Drittel zugenommen hat – aus Langeweile und aus Sorge.

Ein Glas kann helfen, um an einem Abend eine bessere Zeit zu haben, besonders in Ausnahmesituationen. Doch die Wiederholung wird zur Falle. Um die gleiche Wirkung des Vorabends zu haben, braucht es mehr und nach einigen Tagen schon bedeutend mehr. Der Schlaf wird dadurch gestört, denn Alkohol entspannt nur in den ersten Stunden und regt später an, was zu wachliegen ab wenigen Stunden Schlaf führt. Hier beginnt die gefährliche Abwärtsspirale zu drehen. Man fühlt sich angespannt und verspannt und freut sich auf das entspannende Glas am Abend, der dann auch immer früher beginnt. Das ist keine emotionale Selbstfürsorge mehr, sondern der Anfang der emotionalen Verwahrlosung. 

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