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Wie man Kindern hilft, die Furcht vor ärztlichen Untersuchungen und medizinischen Eingriffen, wie zum Beispiel Impfungen oder Blutentnahmen, zu besiegen.

von Leonie Pahud

Mit ungefähr zwei Monaten beginnen Babys zurückzulächeln, wenn man sie anlächelt. Etwa zur selben Zeit finden auch die ersten Schutzimpfungen bei der Kinderärztin statt. Mit vier Monaten greifen die Kleinen interessiert nach Gegenständen und mit zwölf sind ihre feinmotorischen Fähigkeiten bereits so gut ausgereift, dass sie eine kleine Rosine zwischen Daumen und Fingern halten können. Regelmässige Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt oder der Kinderärztin, dienen dazu, diese und andere körperlichen und geistigen Entwicklungsschritte eines Kindes zu überprüfen. Diese Vorsorge oder auch U-Untersuchungen werden von allen kinderärztlichen Vereinigungen der Schweiz befürwortet und empfohlen. Nur so lassen sich Auffälligkeiten frühzeitig erkennen und allfällige Therapien, um das Kind in seiner Entwicklung zu unterstützen, frühzeitig in die Wege leiten.

 

Arzttermine gut vorbereiten

Regelmässige Kontrollbesuche beim Kinderarzt gehören für die meisten Familien denn auch einfach mit dazu, zumal die Krankenkassen die Kosten für diese regulären Vorsorgeuntersuchungen übernehmen. Trotzdem können diese Arztbesuche und insbesondere bevorstehende Eingriffe wie eine Impfung oder eine Blutentnahme den Kindern mulmige Gefühle bereiten. Ihnen diese Furcht zu nehmen, liegt nicht nur in den Händen der behandelnden Kinderärzte. Auch die Eltern können viel zu einer erfolgreichen und nicht durch Angst belasteten Untersuchung beitragen. Dies beginnt schon vor dem eigentlichen Termin, indem die Eltern ihrem Kind auf altersgerechte Weise erklären, warum die Untersuchung wichtig ist und was dabei passieren wird. Bei Kleinkindern raten Kinderärzte, die bevorstehende Situation zuvor schon einmal spielerisch zu durchleben, zum Beispiel mithilfe eines Puppenarztkoffers. Denn so tun als ob, stärke das Sicherheitsempfinden eines Kindes. Auch Bilderbücher, die den Arztbesuch thematisieren, eignen sich gut zur Vorbereitung. Dabei ist es wichtig, dem Kind zu vermitteln, dass es in Ordnung ist, etwas Bammel zu haben, aber dass es die Behandlung trotzdem erfolgreich meistern wird.

 

Die Angst erklären

So kann es für Kinder hilfreich sein, zu wissen, dass die Angst etwas ganz Normales und oft auch ein wichtiges Warnsignal ist – sie also auch ihre guten Seiten hat. Und dass es häufig einfach eine Frage der richtigen Strategie ist, um mit den möglicherweise während der Untersuchung auftauchenden Ängsten zurechtzukommen. Hier gilt auch für die Eltern, die Ruhe zu bewahren und Zuversicht zu vermitteln. Denn wenn sie aufgeregt sind und einem Eingriff unsicher oder ambivalent gegenüberstehen, wird sich auch das Kind davor fürchten. Gerade bei unangenehmen Eingriffen wie Blutentnahmen können Eltern, die Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen, viel dazu beitragen, dass ihr Kind diese Situation trotz Stress und Angst gut meistert und letztendlich als etwas Positives erlebt, weil es eine Herausforderung bestanden hat. Sich auf das Positive zu konzentrieren, sei grundsätzlich eine gute Strategie. Zum Beispiel kann der begleitende Elternteil zum Kind, das ängstlich auf den Piks der Injektionsnadel wartet, sagen: «Ich weiss, du schaffst das, und wir sind alle da, um dir helfen.»

 

Bilderbuch für Kinder und Eltern

Dieses Fotobilderbuch zum Thema Vorsorgeuntersuchung kann man von zwei Seiten lesen. Von vorne richtet sich das von zwei erfahrenen Kinderärztinnen verfasste Buch an Eltern und ältere Kinder und enthält Erklärungen zum Sinn und Zweck des Arztbesuchs. Von der anderen Seite gelesen, richtet es sich an kleinere Kinder ab circa zweieinhalb Jahre. Hier zeigen mit Plüschaffen nachgestellte Untersuchungssituationen den kleinen Patientinnen und Patienten auf spielerische Weise, was sie bei der Kinderärztin erwartet. Das Buch ist auf Deutsch erschienen und wird bald auch in einer französischen und einer italienischen Übersetzung erhältlich sein.

Lea Abenhaim, Sabine Zehnder:

Alles Okay? Was ich bei der Kinderärztin erleben kann …
Creathera, Bern 2019.
40 Seiten, 27 Fr.
ISBN 978-3-033-07108-7.

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