Kundendienst: Tel. 056 203 22 33 kundendienst@dornbusch.ch

Freiwillig engagiert

Ein Flüchtlingslager im Norden Libanons: Rita verteilt als Freiwillige des Libanesischen Roten Kreuzes Essenspakete. Um die Pakete an die über 950 Frauen, Männer und Kinder zu verteilen, braucht es viele helfende Hände. Rita ist eigentlich Geografie Lehrerin in einer kleinen Stadt nahe der Grenze zu Syrien. Dass sie dereinst so viel Zeit mit der Freiwilligenarbeit verbringen würde, hätte sie selbst nie gedacht. «Das Rote Kreuz ist wie eine Droge», sagt sie und lächelt. «Einmal angefangen, kann man fast nicht mehr aufhören. Es gibt immer etwas zu tun.» In einem durchschnittlichen Monat sei sie an etwa 14 Tagen in einer der Zeltstädte. Für das Libanesische Rote Kreuz ist die Arbeit von Rita und den vielen anderen Freiwilligen unentbehrlich, um die aus Syrien geflohenen Menschen zu unterstützen. Freiwilligkeit ist weltweit einer der Grundsätze der Rotkreuzbewegung. Freiwilligenarbeit braucht es überall. Auch in der Schweiz könnten zahlreiche Aufgaben nicht ohne Freiwillige bewältigt werden. Auch hier gibt es – auf ganz andere Weise als im Libanon – «immer etwas zu tun»: Politik, Behörden und Gremien, aber auch das Sozialwesen, Gesundheit, Sport, Kultur oder Kirche – ohne Freiwilligenarbeit würde vieles nicht funktionieren. Die Spitäler benötigen das Blut der Blutspender, die Sportvereine brauchen bei ihren Turnieren Sanitätsposten von freiwilligen Samaritern, und Menschen mit beeinträchtigter Mobilität sind auf Fahrdienste angewiesen, um Arzttermine wahrnehmen zu können. Freiwillige kommen auf ganz verschiedenen Ebenen zusammen und leisten etwas für andere. Sie vereinen verschiedenste Hintergründe und arbeiten auf gemeinsame Ziele hin. So fördert die Freiwilligenarbeit gleichzeitig auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die soziale Integration.

In der Schweiz wurden 2016 insgesamt 660 Millionen Stunden Freiwilligenarbeit geleistet. Allein das Schweizerische Rote Kreuz arbeitet im Bereich Gesundheit, Soziales und Rettung mit rund 60 000 engagierten Freiwilligen zusammen. Sie alle schenken ihre Zeit – uneigennützig und unbezahlt. In einer Zeit, in der die Fokussierung auf das Eigenwohl und die Individualisierung immer stärker werden, ist ein solches Engagement alles andere als selbstverständlich. Die Bereitschaft zu freiwilligem Engagement ist in der Schweiz in letzter Zeit denn auch leicht gesunken. Umso mehr Anerkennung verdienen jene, die sich einsetzen. Und umso wichtiger ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Freiwilligenarbeit ermöglichen und fördern. Nicht nur, weil der soziale und ökonomische Wert ihres Engagements enorm ist. Sondern vor allem weil sie ihre Zeit uneigennützig zur Verfügung stellen und dadurch jenen helfen, die Hilfe brauchen. Dies verdient unseren Respekt und Dank: in der Schweiz, im Libanon und auf der ganzen Welt. Möchten Sie sich freiwillig beim Roten Kreuz engagieren? Alle Informationen finden Sie unter www.redcross.ch/freiwillige.

Annemarie Huber-Hotz, Präsidentin Schweizerisches Rotes Kreuz, vormals Bundeskanzlerin.