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Kniebeugen, Liegestütze oder Dehnübungen tun Körper und Geist gut. Viele denken jedoch, das müsse in organisiertem Rahmen geschehen. Dabei handelt sich klar um «Fake News» des inneren Schweinehundes.

von Anton Ladner

Der Sarg der verstorbenen Ruth Bader Ginsburg, Richterin auf Lebzeiten am Supreme Court der Vereinigten Staaten, wurde im US-Kapitol aufgebahrt. Spitzenpolitiker haben dort von ihr Abschied genommen. Auch ihr früherer Fitnesstrainer Bryant Johnson, allerdings auf eine ganz besondere Weise. Er kniete vor dem Sarg nieder und machte drei Liegestütze. Denn seine Kundin Ruth Bader Ginsburg machte mit 83 Jahren noch jeden Tag Liegestütze. Mit 87 ist sie an Krebs gestorben. Viele meinen, täglich etwas Training sei eine lebensverlängernde Massnahme. Das kann sein, aber steht bei täglichen Übungen keineswegs im Vordergrund.

Es geht um die Lebensqualität heute, morgen und übermorgen. Es geht darum, leichter und geschmeidiger durch den Alltag zu kommen und dabei seinen Körper positiv wahrzunehmen. In diesem Punkt steht sich aber der Mensch selber im Weg. Er findet immer wieder neue Gründe, um nicht nach diesem Konzept zu leben. Platznot zu Hause, keine Mitgliedschaft in einem Fitnessclub, zuerst eine Diät, dann Sport sind drei von vielen beliebten Argumenten. Gerade jetzt bei den Corona-Einschränkungen, die beim Körpergewicht klare Spuren hinterlassen.

Eine vom King’s College in London durchgeführte Umfrage bei 2200 Personen hat ergeben, dass 48 Prozent der Befragten von einer Gewichtszunahme und in der Folge von einer schlechteren Körperzufriedenheit berichten. Viele von ihnen haben sich immer wieder vorgenommen, mit einem Training zu beginnen. Fixe Vorstellungen, wie hart dieses Training sein muss, führen jedoch zu einem ständigen Aufschieben. Denn die Wirkung von kleinen Veränderungen wird allgemein masslos unterschätzt. Aber diese kleinen Schritte, zehn Kniebeugen, 30 Sekunden mit durchgestreckten Knien den Boden berühren usw., sind ein einfacher und bewährter Weg, einen positiven Wandel herbeizuführen und dann Schritt für Schritt zu erhöhen. Hochgesteckte Ziele und gute Absichten schrecken oft einfach ab. Kleine Massnahmen hingegen animieren zu einer Steigerung. Natürlich hilft es dabei, zu Hause eine Umgebung zu schaffen, die das unterstützt. Es muss aber nicht gleich ein Hometrainer sein. Nach nur drei Wochen hat sich im Gehirn ein neuer neuronaler Schaltkreis gebildet. Die Übungen werden zur Gewohnheit, der Körper nimmt sie als natürlich wahr und verlangt sogar nach ihnen. Wird das eingelöst, hebt sich nachweislich die Stimmung. Die Übungen haben dann die Wirkung einer leichten Dosis Antidepressiva.

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