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Eine der schnellsten und sichersten Arten, sich selbst aufzumuntern, ist Freundlichkeit zu anderen. Sich freiwillig zu engagieren und sich kurz und schnell in das Leben eines anderen Menschen einzumischen kann zu einer richtigen Erholung werden. Freundlichkeit mit anderen ist die beste soziale Selbstfürsorge.

von Anton Ladner

Eine Umfrage des britischen Nationalen Zentrums für Freiwilligenarbeit hat ergeben, dass dabei besonders Menschen mit psychischen Problemen davon profitieren. Notabene jene, die freiwillig helfen, und nicht jene, denen geholfen wird. 80 Prozent dieser freiwilligen Helfer mit einer psychischen Belastung berichteten von einer positiven Wirkung auf ihren Gemütszustand. Die Freiwilligenarbeit habe zu einer Verbesserung ihrer psychischen Gesundheit beigetragen und allgemein das Wohlbefinden gehoben. Als Beispiele genannt wurden ein Gefühl der Zugehörigkeit oder die Hilfe, Probleme ins rechte Licht zu rücken. Fazit: Wer anderen hilft, fühlt sich danach besser. Wenn das bei Menschen mit psychischen Problemen funktioniert, muss es erst recht bei jenen ohne solche Lasten funktionieren. Und das bereits schon im ganz kleinen Rahmen. Es muss nämlich nicht gleich Freiwilligenarbeit für ein Hilfswerk sein. Die Freundlichkeit zu anderen beginnt mit «vielen Dank und einen schönen Tag» zur Kassiererin in einem Laden oder mit einem Kaffee für den Arbeitskollegen. Eine kleine Aufmerksamkeit mit nachhaltiger Wirkung – auf beiden Seiten. Denn Freundlichkeit ist stark ansteckend – im positiven Sinne, was man bei all den Anti-Corona-Massnahmen klar betonen muss. Denn die Lebenszufriedenheit wird nie endgültig erzielt, sie muss immer wieder errungen werden. Für manche täglich erneut. Denn der Selbstwert − präziser der Mangel daran – beschäftigt den Menschen immer wieder und bestimmt seine Lebensfreude. Im Umgang mit sich ist der Mensch oft zu schroff und zu hart. Die Psychologen der Universität Chicago nennen dieses Phänomen Negativitätsvorurteile gegen sich selber. Ganz im Innern achtet man auf Misserfolge, Fehler und Unzulänglichkeiten statt auf Erfolge und Tugenden. Das macht man gegenüber anderen viel weniger. Bewusste Freundlichkeit gegenüber anderen führt früher oder später auch zu mehr Freundlichkeit gegenüber sich selber. Das Wohlwollen für andere animiert zu Wohlwollen für sich selber. Konkreter: Der Ton nach aussen verbessert den inneren Soundtrack.

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