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Kulturgeschichte des Helfens

Als 2015 Hunderttausende Flüchtlinge nach Europa kamen, wurde geholfen wie selten. Bald schon wurde diese Hilfe diffamiert. Das hat den Historiker Tillmann Bendikowski inspiriert, ein Buch über die Kulturgeschichte des Helfens zu schreiben. Ein Interview, das hilft, das Helfen zu verstehen.

Tillmann Bendikowski, sind Sie selbst ein Helfer?
Helfer sind wir eigentlich alle, je nach Situation. In diesem Sinne bin ich natürlich auch Helfer. Im Laufe der Recherche für mein Buch realisierte ich als Vater dreier Söhne zudem: Die Kulturtechnik des Helfens ist zwar in uns angelegt, aber wir müssen sie als Erziehende den Kindern vermitteln.

Haben Sie deswegen ein Buch über das Helfen geschrieben?
Nein. Als in Deutschland im Sommer 2015 heftig über die Flüchtlinge und die Hilfe an ihnen diskutiert wurde, fiel mir irgendwann auf, dass sich ein despektierliches Reden über die Helfer breitmachte. Sie wurden als blauäugig diffamiert. Das überraschte mich, denn Helfen hatte ich bis anhin als etwas Gutes, etwas Selbstverständliches gesehen. Da stellte sich mir die Frage: Wie kommt es, dass Helfen solche Kommentare nach sich zieht? Deswegen wollte ich genau hinschauen: Was ist Helfen? Wie wurde es früher gestaltet? Und ich stellte fest: Helfen wurde in der Geschichte immer schon kommentiert.

Negativ?
In der Regel wurde es von der Umwelt positiv beurteilt. Aber es wurde auch immer wieder aus ganz unterschiedlichen Gründen kritisch betrachtet. Denken Sie an totalitäre Regimes; da wird Helfen zum politischen Widerstand. Dann gibt es natürlich Fälle politisch oder religiös aufgeladenen Handelns, bei dem man sich fragt: Steckt dahinter eine Missionierungsabsicht?

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