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Heimat ist … eine gute Frage

Die aktuelle Ausstellung des Stapferhauses Lenzburg zum Thema «Heimat» nehmen wir zum Anlass, um selbst über Heimat nachzudenken. Wir tun das anhand der Begriffe, die in der Ausstellung am häufigsten genannt wurden. Dabei war auffällig, dass – bei aller Breite der Vorstellungen – der Begriff sehr psychologisch ausgelegt und dem der Identität fast gleichgestellt wird. Ob das eventuell ein Merkmal moderner Gesellschaften ist?

Heimat ist Ort

Wenn ich im Maggiatal bin, fühle ich mich jedes Mal, als käme ich nach Hause. Das ist seltsam, denn ich habe dort weder Verwandte noch Bekannte. Aber ich war dort schon mit vielen Menschen, die mir etwas bedeuten; mit meiner Tochter, meinen Freunden und meinen Geschwistern, meinem Partner. Das zarte Grün der Auenlandschaft im Frühling, das satte Grün derselben im frühen Herbst. Die hellen runden Steine im breiten Bachbett. Der Geruch nächtlicher Kälte und warmer Sonne auf Wiesen und Steinen. Und immer wieder die Maggia; klar, kalt, herrlich. Heimat ist Ort. Das kommt wohl den meisten zuerst in den Sinn, wenn man sie nach Heimat fragt. Für mich ist sie Ort, wenn sie Wasser ist und Rauschen und Grün. So geht es mir auch in Bremgarten, wo ich lebe, am Scheitel der Reussschlaufe, umgeben von den Launen des Flusses. Er bedeutet Feuer und Bräteln im Sommer, Joggen im Frühling und Herbst, klammes Spazieren im Winter – und ist immer wieder strömende und wirbelnde Kulisse entspannter Stunden mit Menschen, die ich liebe.

Als mehrfach entwurzeltes Pflänzchen, das bis heute keine Scholle mehr gefunden hat, in die es starke Wurzeln schlagen möchte, ist für mich klar: Heimat ist kein Ort. Orte sind Zufälle, das Leben spült uns hierhin und dahin, es gibt Umstände, wir gehen mit jemandem mit oder wir lassen uns treiben und gehen der Nase nach (dazu später). Wer reist, kennt das Faszinosum, dass man sich an einem vorher unbekannten Ort von Beginn weg wohlfühlt. Das kann überall auf der Welt sein und ist ein unerklärliches Phänomen ...

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