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Hören und Erzählen mit Thomas Sarbacher

Beim Gehen kommt das Denken in Bewegung. Beim gemeinsamen Gehen kommt das Gespräch in Fluss. Wird es persönlich, muss man sich nicht ins Auge blicken, Pausen sind nicht peinlich, denn immer spricht die Landschaft mit. Deswegen gibt es nichts Schöneres, als mit Menschen, die es lieben, Gedanken nachzuhängen, spazieren zu gehen.

Wir treffen uns an der Talstation der Zürcher Dolderbahn. Er trägt einen kurzen, grau-blauen Mantel, der mir fein vorkommt, ich trage einen Hut, damit zumindest meine Oberkante auf Augenhöhe mit ihm ist. Thomas Sarbacher beherrscht die Kunst, auf völlig erfrischte Weise müde auszusehen, vielmehr scheint mir: Sie ist ihm unbewusst zu eigen. Ich bin erstaunt, dass er im dichten Takt seiner Auftritte und Drehs einen, wie man sagt, zeitnahen Termin gefunden hat. Vereinbart ist, dass wir auf einem kleinen Waldspaziergang von der Dolder­Bergstation zum Restaurant Adlisberg übers Erzählen und Zuhören reden. «Ich habe Hunger.» Er kauft schnell ein Brötchen, beisst es weg, dreht sich eine Zigarette. Mir kommt es vor, als teilten wir die Menschenströme, ein Bild der Ruhe abgebend auf unserem Bänkchen am Römerhof. Aber jetzt gehen wir los.

In der Stimme wächst der Wald

Beim Warten aufs Bähnchen sage ich: «In den letzten zwei, drei Jahren haben Sie auffallend oft Literatur vor Publikum gelesen. Was reizt Sie daran?» Er zögert einen Moment, als beschaue er noch einmal meinen ganzen Fragesatz. Dann sagt er: «Beim Vorlesen muss ich ja aus dem Nichts einen Erlebnisraum kreieren. Der Grund, warum ich diese öffentlichen Lesungen so mag, ist, dass ich die Unmittelbarkeit habe, das Angebot zu machen, diesen Raum gemeinsam zu betreten. Ich öffne einen Bildraum und spüre dabei die Reaktionen der Zuhörer.» Jetzt ist die Bahn da ...

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