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Neue Seelsorgewissenschaft am Krankenbett

Ist die Spitalseelsorge heute überholt? Oder ist sie nach dem grossen Rückzug aus den Kirchen notwendiger denn je? Gedanken zu einer Dienstleistung mit besonderen Chancen.

«Bin ich schuld?» lautet der Titel des Buches eines Spitalseelsorgers. Es besteht hauptsächlich aus Beratungstexten, die in dieser Zeitschrift während Jahren von Ludwig Hesse veröffentlicht wurden. Als Spitalseelsorger hat er viel gesehen, viel gehört und dabei die menschliche Seele auf unterschiedlichste Weise gespürt: ihre Schwächen, ihre Abgründe, die Verzweiflung, die Hoffnung, die Angst. Und meistens schwang bei diesen Empfindungen ein Schuldgefühl mit.

Wenn das Schicksal zuschlägt, ob Unfall oder Krankheit, wird ein Schuldiger gesucht, bewusst oder unbewusst. Und in schwachen Momenten nimmt die Bereitschaft zu, auch nach dem eigenen Anteil zu bohren. «Warum bin ich nicht früher zum Arzt gegangen?», «Hätte ich doch damals nur den Rat befolgt!» oder «Warum habe ich nicht auf meine Frau gehört?» Für Schuldgefühle gibt es keine Grenzen. Doch diese Gefühle vermögen das Ereignis nicht zu verändern, höchstens die Einstellung dazu. Hier liegt die Chance der Spitalseelsorge, wenn sie sich nicht auf theologische Bekenntnissätze reduziert.

Als mir vor vielen Jahren als Jugendlicher in der Luzerner Klinik St. Anna der Blinddarm entfernt wurde, kam der Spitalseelsorger vorbei und sprach ein Vaterunser. Es war Fliessbandarbeit, Hauptsache, Gott war am Krankenbett. Ich glaube aber, dass Gott einen Menschen am Krankenbett sehen möchte ...

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Weitere Themen der Ausgabe 34/2017

Brennpunkt
Beistand am Krankenbett. Die Spitalseelsorge tagt auf der Suche nach einer zeitgemässen Rolle

Ethik
Werbung formuliert gezielt mehrdeutig – was mit dem Begriff «Nachhaltigkeit» mal gemeint war

Monatsserie
Angst ernst nehmen – aber sich nicht von ihr beherrschen lassen. Traumapsychologe Georg Pieper über Angstmache und kühle Köpfe

Gesellschaft
Ökonomisiertes Denken bedroht das gesellschaftliche Miteinander – ist es vorbei mit der Solidarität?

Kochen
Fünf Küchen, vier Kontinente – stecken wir unsere Nasen in fremde Kochtöpfe!

Design
Der Griesbach-Rucksack von Katka und Zuzka Griesbach

Medien
Eine Web-Serie zeigt die lustigen Zeiten eines ungleichen Paares

Geschichte
Die Freimaurer brechen mit ihrer Verschwiegenheit – ein Blick auf ihre Geschichte und die Gegenwart

Beratung
Konzentration ist lernbar – ein Leben lang

Sowie:
Entdeckerlust: Wissen erspielen – das «Forum Schweizer Geschichte Schwyz»
Ernährung: Fressen und gefressen werden – Hunde im Kochtopf
Buchtipp: «Hesmats Flucht» von Wolfgang Böhmer

 


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