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Achtsamkeitsimpuls

Die Erwartungen sind hoch, dass bald das Leben wieder so sein wird wie vor der Corona-Pandemie. Entsprechend macht sich Ungeduld breit. Doch gerade jetzt ist es besonders ratsam, gelassen zu bleiben, um den eigenen emotionalen Haushalt nicht durcheinanderzubringen.

von Anton Ladner

 

 

Die weltweite Pandemie hat zweifellos auch die psychische Gesundheit tangiert. Aus Psychologie und Medizin wird von einem noch nie dagewesenen Anstieg von Angstzuständen und Depressionen berichtet. Dafür haben viele reale Gründe, weil die wirtschaftliche Existenz zusammengebrochen oder akut gefährdet ist. Laut einer Studie in Grossbritannien haben mehr als die Hälfte der Erwachsenen und mehr als zwei Drittel der Jugendlichen angegeben, dass sich ihre psychische Gesundheit während der Pandemie verschlechtert habe. Langeweile und Einsamkeit wurden als die am belastendsten Faktoren genannt. Denn ein Leben vor dem Bildschirm zu Hause war auf die Dauer kein Ersatz für die nicht mehr möglichen Kontakte draussen.

Das erfüllende Dasein liegt eben abseits des Bildschirmes. Entsprechend gross sind jetzt die Erwartungen, dass dieses Dasein wieder erlebt werden kann. Viele Erwartungen dürften allerdings zu hoch gesteckt sein, denn Einschränkungen bleiben bestehen, konsequente Hygienemassnahmen sind weiterhin notwendig und alle geplanten Lockerungen stehen auf einem fragilen Grund. Die Zahlen der Neuinfektionen und die Fortschritte bei den Impfungen bleiben weiterhin entscheidend für das Ausmass der Massnahmen.

Diese Zeit des Umbruchs ist gut geeignet, um zu beobachten, zuzuhören, zu recherchieren, wie man sein Leben neu bewertet, was tatsächlich fehlt. Die langsame Teilrückkehr zum Leben vor Corona muss für das eigene Leben keine Wiederaufnahme der damaligen Routine bedeuten.

Die stoischen Philosophen wollten zu diesem Ort gelangen − wo man nicht von Äusserlichkeiten oder Ablenkungen herumgeschubst wird. Es lohnt sich jetzt, sich auf das zu konzentrieren, was man kontrollieren kann, um sich nicht von allfälligen Möglichkeiten, alten Sehnsüchten und bleibenden Einschränkungen herumschupsen zu lassen. Gedanken, die mit «was wäre wenn» beginnen, sollten strikt Gedanken weichen, die mit «was ist jetzt konkret» beginnen. Das schützt vor falschen Vorstellungen, enttäuschten Hoffnungen, ergo vor emotionalem Stress.

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