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Ein gutes Körpergefühl bringt man oft mit dem Satz «Use it or loose it» in Verbindung. Man solle Muskeln und Gelenke einsetzen, sonst würden sie verloren gehen. Der Stillstand, der durch die Corona-Krise eingefordert wurde, hat für eine neue Erfahrung von Körpergefühl gesorgt. Der behutsame Umgang mit ihm.

Tom geht gerne ins Fitnesscenter neben seinem Büro und rackert sich dort nach einem Programm ab: Beine, Bauch, Rücken, Bizeps und Trizeps. Er brauche das, um sich abzureagieren, sagt er. Er wolle auch fit bleiben und nicht dick werden. Zudem habe er nach diesem Training einfach ein gutes Körpergefühl. Was er nicht sagt: Oft muss er sich nach acht und mehr Bürostunden zu diesem Training zwingen. Denn er hatte sich vier Trainings pro Woche vorgenommen, kommt aber im besten Fall jeweils auf drei. Als sein Fitnesscenter aufgrund der COVID-19-Pandemie schliessen musste, traf ihn das nicht besonders. Seine Firma hatte auch Homeoffice angeordnet, sein Alltag wurde entspannter und das Bedürfnis geringer, stressbedingte Anspannung abzubauen. Das Training im Fitnesscenter fehlte ihm kaum, denn er fand neue, simple Formen, sich zu Hause zu dehnen und etwas für seine Gelenke und Muskeln zu tun. Er informierte sich auch über die rätselhafte Krankheit im Internet, um seine Mutter auf dem Laufenden zu halten. Weil er seine Mutter vor einer möglichen Ansteckung schützen wollte, reduzierte er aber den Kontakt mit ihr auf Telefongespräche und das Erledigen von Einkäufen. Diese neue Verantwortung, für sich und seine Umgebung achtsam zu sein, hat bei Tom zu einem neuen Körpergefühl geführt – zur Behutsamkeit mit dem eigenen Körper. Erst durch die neuartige Krankheit wurde ihm bewusst, wie komplex der Körper ist, was da alles zusammenspielt, was bisher nur ansatzweise erforscht ist. Das sorgfältige Händewaschen, das Vermeiden der Finger im Gesicht, der Sicherheitsabstand zu andern haben bei ihm zu einem nachsichtigeren, wohlwollenderen Umgang mit seinem Körper geführt. Nicht einfach Leistung zu fordern von Muskeln, Gelenken und Sehnen, sondern den Körper auch zu umsorgen und zu schützen war Teil des neuen Körpergefühls. Tom hat in den vergangenen Wochen trotz Fitnesseinschränkung abgenommen. Stress- und Frustsnacks wurden zu Hause eine Seltenheit, dafür entdeckte er, dass ein Tee einen angenehmen Wachschub auslösen kann. Tom geht jetzt wieder zum Fitness nach der Arbeit, aber weniger verbohrt. Leistung an den Maschinen ist nicht mehr das oberste Gebot, sondern Behutsamkeit.