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Eine gesunde Genesung der Wirtschaft

 

Die Konjunkturprogramme gegen die Coronakrise müssen dem Gesundheits- und Umweltschutz genügen. Dies fordern 350 Gesundheitsorganisationen aus 90 Ländern von den G20-Staaten und die AefU (Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz) auch vom Bundesrat. In den nächsten Monaten werden die Regierungen der G20-Staaten und auch die Schweiz die Wirtschaft mit enormen Investitionen in die Gesundheitsversorgung, den Verkehr, die Energieerzeugung und in die Landwirtschaft stützen. Diese Konjunkturprogramme müssen den Schutz der Umwelt und die Gesundheitsförderung sicherstellen.

Damit der Wiederaufbau eine gesündere Wirtschaft hervorbringt, müssen die G20-Staaten und ebenso die Schweiz die Verschmutzung von Luft und Wasser, den Klimawandel und die fortschreitende Entwaldung stoppen. Denn diese bedeuten u. a. neue Gesundheitsbedrohungen für bereits gefährdete Bevölkerungsgruppen.

 

Klimaschutz: z. B. fossile durch erneuerbare Energiequellen ersetzen

Würden die G20-Regierungen und mit ihnen die Schweiz z. B. die Subventionen für fossile Brennstoffe abschaffen und die Produktion erneuerbarer Energien fördern, könnten wir bis 2050 einen wirtschaftlichen Aufschwung mit einem «globalen BIP-Gewinn von fast 100 Billionen US-Dollar» erzielen, so die Gesundheitsorganisationen.

 

Luftreinhaltung: Millionen vorzeitige Todesfälle vermeiden

Die Luftverschmutzung erhöht das Risiko und die Schwere von Lungenentzündungen, chronisch obstruktiven Lungenkrankheiten, Lungenkrebs, Herzkrankheiten und Schlaganfällen. Dafür sind auch in der Schweiz der Auto- und Lastwagenverkehr, das Heizen der Häuser, die Verbrennung von Abfällen und die industrielle Landwirtschaft verantwortlich. Bei uns sterben deshalb jährlich 2200 bis 3000 Menschen vorzeitig, weltweit sind es sieben Millionen Menschen. Luftverschmutzung kann ausserdem ein niedriges Geburtsgewicht und Asthma bei Neugeborenen bewirken.

 

«Gesunde Gesellschaft»

Das erscheint mir sehr wichtig: Die Konjunkturpläne der G20-Staaten und der Schweiz müssen ein Rezept für eine gesunde Genesung (#HealthyRecovery) der Wirtschaft sein. Der Gesundheitsschutz orientiert sich konsequent an den Verletzlichsten, die Arbeitswelt schont Natur und Umwelt, Fussgängerinnen und Fussgänger, Radfahrende und der öffentliche Verkehr erhalten Vorrang, Gewässer und Himmel sind geschützt und werden wieder sauber. Dadurch ist unser Körper widerstandsfähiger gegen Infektionskrankheiten.

 

Auch der Bundesrat muss handeln

Die Schweiz gehört nicht zur Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20). Sie wurde aber dieses Jahr als Gastland von Saudi-Arabien eingeladen, das zurzeit die G20-Präsidentschaft innehat. Die Schweiz nimmt damit erstmals am G20-Gipfel der Staats- und Regierungsoberhäupter teil, wie auch an allen Ministertreffen und in allen Arbeitsgruppen.

Die AefU fordert Bundespräsidentin Sommaruga und den Bundesrat auf, sich bei den G20 für die Forderungen der Gesundheitsorganisationen einzusetzen. Andererseits soll auch die Schweiz ihre Konjunkturprogramme systematisch auf den Umwelt- und Klimaschutz sowie auf die Gesundheitsförderung ausrichten.

 

Dr. med. Bernhard Aufdereggen ist des. Präsident von Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz AefU.