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Schlicht blamable Kunst

Kürzlich in der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK). Angekündigt sind «Highlights»: Während des ganzen Septembers seien «herausragende Arbeiten des vergangenen Studienjahres» zu sehen. Man könne «Kurzfilme, Kunstwerke, Installationen, Hörstücke und Publikationen aus Design, Kunst und Art Education entdecken und erleben». Neugierig führt der Sonntagsausflug also ins Zürcher Toni-Areal. «Es funktioniere technisch noch nicht alles», meint eine Angestellte der Ausbildungsstätte, zuständig für den Empfang der Besucherinnen und Besucher, und ist auch nach langer, umständlicher Erklärung nicht imstande, mithilfe eines Plans aufzuzeigen, in welchen Räumen wo im Gebäude denn nun Artefakte präsentiert werden. Das Gebäude ist gross, die Gänge weit, in manchen Ecken findet sich Ausstellungsware. Es gibt Design, Videoarbeiten, innovative Produkte für den Alltag, es finden sich selbst humorvolle Aspekte und gewagte Experimente. Es findet sich aber auch vieles, das wie angekündigt noch nicht funktioniert, und es findet sich in einigen Räumen nichts, wo etwas angekündigt ist. Komplett abwesend sind zudem ein kuratorisches Konzept und ein eigenständig künstlerischer Anspruch bei den Arbeiten, die in den Fachbereichen mit Bindestrich-Kunst entstanden sind. Für die grösste Kunsthochschule der Schweiz ist die Präsentation schlicht blamabel und ungenügend. Das lässt nichts Gutes hoffen für den künstlerischen Nachwuchs des Landes.

Christine Schnapp

 

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