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Medial klagen in Mamablogs

Wahrscheinlich war ich genauso, als meine Kinder klein waren – mea maxima culpa –, und es fällt mir erst mit etwas Abstand auf. Nämlich dass sich Eltern mit kleinen Kindern dauernd beschweren. Die Nächte seien kurz, die Vereinbarkeit mit dem Beruf schwierig, der Partner/die Partnerin helfe zu wenig, die Öffentlichkeit störe sich, wenn die Kids mal ein wenig laut seien, und Stillen im Café sei auch nicht überall erlaubt. Bevorzugt wird solches nicht nur privat thematisiert, sondern auch medial in Mamablogs und Ähnlichem inszeniert.

Nun, dass Kinder nicht von Anfang an durchschlafen, sich in die Hosen machen, rumbrüllen und Trotzphasen haben, hat sich doch mittlerweile auch unter Nicht-Eltern rumgesprochen und sollte so überraschend nicht mehr sein. Manchmal könnte man meinen, die Leute werden gezwungen, Kinder zu kriegen, und hätten nun Anrecht auf permanentes Mitleid, wenn sie zu wenig geschlafen haben. Doch das ist ein Irrtum. Jede und jeder kann selber entscheiden, ob Kinder einen Platz in ihrem oder seinem Leben haben – und zwar mit allem, was dazugehört. Wie gesagt, ich habe mich bestimmt auch beklagt damals, und ich hab ja auch Verständnis für junge Eltern. Trotzdem finde ich, ihre Lebensumstände gehören nicht in die Medien – ausser natürlich, sie wären gesellschaftsrelevant, wie etwa fehlende Krippenplätze.

Christine Schnapp

 

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