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Es gehört zum Menschsein, dass man nicht in allen Punkten glücklich ist mit seinem Äussern. Etwas zu klein geraten, zu dick geworden, zu viele Haare verloren – die Liste kann lang sein. Da hilft erstaunlicherweise eine Orientierung in der Natur. Sie relativiert und versöhnt.

Laut einer Studie, die in der internationalen Fachzeitschrift Body Image veröffentlicht wurde, haben Psychologen herausgefunden, dass sich Menschen nach einem Ausflug in der Natur in günstigerem Licht sehen. Man hat Testpersonen aufgefordert, ihr eigenes Aussehen zu bewerten, und ihnen anschliessend Bilder aus der Natur gezeigt. Danach wurden sie aufgefordert, nochmals ihr eigenes Aussehen zu bewerten. Anderen Testgruppen wurden derweil Fotos urbaner Umgebungen gezeigt. Die Gruppe, die Naturaufnahmen zu sehen bekam, hat ihr Aussehen in der Folge positiver bewertet. Die Probanden, die Stadtaufnahmen anschauen mussten, beurteilten sich im zweiten Durchlauf derweil gleich. Versöhnt die Natur? Lässt sie die eigenen Proportionen in einem wohlwollenden Licht erscheinen? Die Forscher gehen davon aus, dass die Menschen, bedingt durch die sozialen Medien und die Fernsehangebote, ständig mit der Vorstellung vom perfekten Körper konfrontiert werden. Dieser Druck reduziert sich oder verschwindet ganz bei Natureindrücken. Was ist aus dieser Erkenntnis zu schliessen? Das wahre Leben findet in der Natur statt– ob im kleinen Stadtpark oder im Wald. Diese Studie belegt indirekt, dass die Orientierung an Vorgetäuschtem oder an grossen Ausnahmen, die gar nichts mit dem eigenen Leben zu tun haben, nur zu defizitären Gefühlen führt. Wer sich als Freizeittennisspieler mit Roger Federer vergleichen will, kann sich nur schlecht fühlen – ausser er gehört zu den weltweit fünf Tennisspielern, die es mit ihm aufnehmen können. Deshalb hilft es, sich an der unmittelbaren Wirklichkeit im eigenen Umfeld zu orientieren. Dort, wo man verwurzelt ist, kommt die Kraft her für gesunde Einschätzungen. Diese Kraft hilft auch, das Leben so zu akzeptieren, wie es ist. Und sie hindert einen auch daran, nachzubohren, warum es so ist.