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Was bringt es in einer Krise wie dieser, sich Zeit zum Nachdenken und Reflektieren zu nehmen? Gereifte Gedanken und eigene Meinungen haben einen langfristigen Nutzen, ergaben zwei Studien. Es lohnt sich, kognitiv für sich zu sorgen.

Anforderungen, Selbstansprüche, Spannungen zwischen Wunsch und Wirklichkeit und somit Stress haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Dadurch rückte die Selbstfürsorge in den Fokus, obschon der Kenntnisstand über den Nutzen einer solchen Praxis gering ist. Die empirische pädagogische Forschung der Universität Koblenz-Landau hat deshalb ein Seminar konzipiert, um arbeitsbedingten Belastungsfolgen – wie Stress und Burnout – vorzubeugen. Das Seminar wurde von einer Studie begleitet. In einer Anschlussstudie, die drei Jahre später stattfand, suchte man Aufschluss über die langfristige Wirksamkeit der Selbstfürsorge. Die Untersuchung kam zu dem Schluss, dass Selbstfürsorge einen präventiven Nutzen hat. Bei den Seminarteilnehmern resultierten daraus eine Reduktion des subjektiven Stresserlebens und eine Verringerung des Ausmasses an Erschöpfung. Diese entscheidenden Veränderungen konnten bereits sechs Wochen nach der Seminarteilnahme registriert, aber auch noch drei Jahre danach nachgewiesen werden. Neben diesen zwei Kernpunkten kam es zu weiteren positiven Veränderungen. «Viele haben begonnen, aktiv zu ihrem Wohlergehen beizutragen, beispielsweise indem sie Belastungen reduzieren und persönliche Ressourcen nutzen. Auch ist ein funktionalerer Umgang mit dem Stresserleben zu erkennen», fasst die Studie zusammen. Die gewonnenen Erkenntnisse liefern klare Hinweise, dass mit einer Selbstfürsorgepraxis ein langfristiger präventiver Nutzen einhergeht. Gut für sich zu sorgen hat derweil verschiedene Ebenen: eine körperliche, eine emotionale, eine soziale, eine kognitive und eine spirituelle. Die kognitive Selbstfürsorge bereitet vielen etwas Mühe, weil sie schwieriger erscheint als ein Besuch eines Thermalbades (körperliche) oder ein Apérotreffen mit Freunden (soziale). Bei der kognitiven Selbstfürsorge geht es um die Wahrnehmung der Umwelt, um die Aufmerksamkeit auf spezielle Geschehen, um die Verarbeitung von Information, um die Gedächtnisspeicherung für spätere Erinnerung, um die Zuweisung von Bedeutungen. Dabei ist es immer Ziel, sich mit dem Leben neu zu verknüpfen, was Wachstum bedeutet.