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In der dänischen Hauptstadt Kopenhagen ist mit der Müllverbrennungsanlage Amager Bakke, die zugleich ein Kraftwerk ist, eine zukunftsweisende Anlage realisiert worden. Sie ist nämlich aus Ausflugsort für Skibegeisterte.

von Anton Ladner

Kopenhagen hat sich verpflichtet, bis 2025 die erste CO2-neutrale Stadt der Welt zu werden. Ein Schritt zu diesem Ziel ist die neue und ganz besondere Verbrennungsanlage des dänischen Architekten Bjarke Ingels. Im Kraftwerk Amager Bakke wird aus dem städtischen Abfall durch besondere Verbrennung CO2-arme Energie gewonnen. Der Umwandlungsprozess ist so sauber, dass auf dem Dach der Anlage ein Erholungsgebiet realisiert wurde – der CopenHill. Naherholung auf der Müllverbrennung – kommt das gut? Nutzerinnen und Nutzer sind seit der Öffnung im vergangenen Oktober davon überzeugt. Die Anlage bietet auf dem Dach der Verbrennungsanlage Wanderwege, ein Fitnesscenter und – der Höhepunkt – eine künstliche Skipiste mit Skilift. Für den Bürgermeister von Kopenhagen, Frank Jensen, ist Amager Bakke der Inbegriff für Nachhaltigkeit und innovative Architektur. Die zwölfstöckige Anlage im ehemaligen Industriegebiet der Amager-Insel, daher der Name, verfügt über eine Art Aluminiumziegel, die gleichzeitig als Pflanzengefässe benutzbar sind. Auf dem Dach der Anlage, eine Art Park im Himmel, eröffnet sich den Besuchern eine herrliche Aussicht über die Stadt und auf die Meeresbucht, wo die Öresundbrücke Dänemark mit Schweden verbindet. Ein Panoramarestaurant ermöglicht Musse auf dem Hügel in einem Land, das keine Hügel hat. Der Park im Himmel ist auch ein Skihügel mit einer künstlichen Piste, auf der man 450 Meter in die Tiefe sausen kann. Auch das ist natürlich für Kopenhagen eine grosse Attraktion. Die Piste besteht aus synthetischen Borsten, die das gleiche Fahrgefühl wie auf Schnee ermöglichen. Speziell, aber sicher lustig. Das «Skigebiet» bietet Abfahrten mit drei Schwierigkeitsgraden: grün für Anfänger im unteren Bereich, blau für Fortgeschrittene und oben die rote Piste für erprobte Fahrer. Auch Skischule, Skiverleih und sogar Après-Ski-Bar fehlen auf der Kehrichtverbrennungsanlage nicht. Wem das zu sonderbar ist, der kann Berggefühle an der mit 85 Meter höchsten künstlichen Kletterwand der Welt erleben. Damit es auch authentisch wirkt auf der Anlage, wo der Abfall verbrennt wird, wurden 7000 Büsche und 300 Kiefern und zahlreiche Kleinpflanzen gesetzt. In Dänemark, wo alles flach ist, wurde Amager Bakke schnell zu einem beliebten Ausflugsziel, denn der Eintritt in die Bergwelt ist kostenlos. Die Pisten sind allerdings gebührenpflichtig.

 

Utopisches dank sauberer Technologie

Das Amager Resource Center betreibt die Abfallverbrennungsanlage seit 2017. Im Jahr 2018 wurden über 450 000 Tonnen Abfall in zwei Öfen verbrannt. Daraus resultierten Strom für 30 000 Haushalte und Wärme für 72 000 Haushalte. Gekostet hat die Anlage, die für die komplette Realisierung zehn Jahre beanspruchte, um 580 Millionen Franken, wobei der Stadtberg auf der Anlage aus privaten Quellen finanziert wurde. Für Kopenhagen ist die Anlage ein Vorzeigebeispiel, was saubere Technologie an Utopischem ermöglicht.

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