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Körperliche Selbstfürsorge beinhaltet auch dafür zu sorgen, dass es nicht zu einer körperlichen Langweile kommt, zu einer permanenten Unterbeschäftigung des Körpers. Denn ein dauerhaft niedriger Puls verheisst bei Männern kein ruhiges Leben.

Eine gross angelegte schwedische Studie sorgte für eine grosse Überraschung: Wer einen niedrigen Ruhepuls hat, neigt zu asozialem Verhalten und zu Gewalt. In der Langzeitstudie wurden die Daten von über 700 000 Männern ausgewertet. Es handelte sich dabei um junge Männer bis 35 Jahre. Bei der Analyse der Daten ergab sich klar, dass junge Männer mit einem niedrigen Ruhepuls häufiger wegen Gewalt verurteilt wurden als ihre Altersgenossen mit höherem Puls. «Ein niedriger Ruhepuls erhöht das Risiko für gewalttätiges, aggressives und antisoziales Verhalten», hält die Studie fest.

Die Erklärung dafür ist noch erstaunlicher: Ein konstant niedriges Erregungsniveau bringt den Organismus auf Reizsuche, was sich in asozialem Verhalten äussert. Die interessanteste Frage lautet nun, ob regelmässige Pulserhöhungen durch Bewegung zu einer entspannteren und friedlichen Stimmung führen. Der Ruhepuls variiert zwischen 60 und 80 Schlägen pro Minute, je nach körperlicher Kondition und Geschlecht. Denn der Ruhepuls ist bei Frauen durchschnittlich höher als bei Männern. Regelmässiges Training, darunter fallen auch Spaziergänge im Wald oder Gartenarbeit, senkt den Ruhepuls.

Das Herz wird nämlich durch die vermehrte Beanspruchung leistungsfähiger. Mit weniger Schlägen erbringt es dann die gleiche Kreislaufleistung. Das ist aber nur möglich, wenn zuvor das Herz beim Training mehr Leistung erbringen musste. Das Training dehnt das Herzvolumen aus und vergrössert damit auch die Menge an Blut, die während eines Herzschlags transportiert werden kann. Deshalb liegt der Ruhepuls bei Radprofis bei circa 30 Schlägen pro Minute. Aber das ändert sich auch bei Radprofis schnell, wenn sie psychischem Stress ausgesetzt sind. Jede Art von Emotionen erhöht in der Regel den Puls, aber bei einem trainierten Herz eben weniger, auch bei Aufregung und Anspannung. Dadurch wird der Stress- oder Anspannungslevel weniger intensiv, die negativen Gefühle halten sich im Rahmen.

Fazit: Bei ständiger Unterstimulation des Körpers, das heisst bei fehlenden Pulsbeschleunigungen, sucht der Organismus nach andern Reizen, was zu Aggressionen führen kann. Bei regelmässiger Pulsbeschleunigung durch Körperbewegung entsteht eine Balance, die auch einen besseren Umgang mit negativen Emotionen ermöglicht.

Anton Ladner