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Verachtung
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Achtsamkeitsimpuls

Die Polarisierungen in der Welt haben auch in der Schweiz Spuren hinterlassen. Diffamierungen und soziale Ächtungen sind zum Alltag geworden. Aber wer das tut, schadet nicht nur den Betroffenen, sondern auch sich selber.

von Anton Ladner

 

 

Natürlich gibt es auch mildere Formen der Ächtung: wegschauen, nicht mehr grüssen, nicht antworten. Scheue Menschen wählen diese Taktik, um Konfrontationen und Konflikte zu vermeiden. Dominante Persönlichkeiten wählen sie, um zu bestrafen. Das hat bei der oder dem Betroffenen Folgen unterschiedlicher Ausprägung: Sie reichen von Verunsicherung über Angst bis hin zur Depression.

Denn jeder Mensch braucht für seine geistige Gesundheit soziale Kontakte. Jemanden kaltstellen ist deshalb ein Missbrauch, ein heimtückischer, weil er nicht als Missbrauch gilt. Laut einer US-amerikanischen Studie hat die soziale Ablehnung bei Opfern eine ähnliche Reaktion wie bei Menschen nach körperlicher Misshandlung.

Ausgrenzung und Ablehnung tun buchstäblich weh. Aber auch der Person, die sie verursacht. Das wird in der Gesellschaft weitgehend ignoriert. Die Ablehnung einer Person – ob öffentlich oder privat verstösst gegen die menschliche Natur.

Soziale Kontakte
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Der Verursacher ist daher gezwungen, sein Verhalten zu rechtfertigen, um es weiterhin durchzuhalten. Das führt zu einem Zustand von ständiger Wut und Negativität gegenüber der abgelehnten Person. Dies ist ein Zustand, der sich ausdehnt und das Leben langsam vergiftet. Wer so lebt, bringt sich um ein Stück gutes Leben, ohne sich darüber bewusst zu sein.

Man kann auch seine Meinung und Haltung leben, ohne einen diametral anders Denkenden zu diffamieren, abzulehnen und zu ignorieren, was ja oft auch gegen die eigenen Werte verstösst. Mit etwas Spiritualität kann man über den Weg der Neugierde seinen Werten treu bleiben. Denn nichts ist so spannend im Leben wie herauszufinden, warum ein Mensch tickt, wie er tickt.  

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