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Die Bedeutung des Schlafs für den Körper und Geist wird heute stark unterschätzt. Er wird nicht als heilende Quelle wahrgenommen, die nichts kostet, aber grosse Wirkung entfalten kann.

Ja, es gibt sie immer noch. Die Leistungsorientierten, die als ihre grösste Schwäche die Ungeduld angeben und erklären, mit wenig Schlaf gut über die Runden zu kommen. Vor 30 Jahren galten solche Männer – es waren damals fast ausschliesslich Männer – als leistungsstarke Erfolgstypen. Orientierungspunkt war das Militär, wo der Grundsatz herrschte, Schlaf spiele keine Rolle.

Es gibt sie heute immer noch, die, die sich als besonders leistungsstark sehen, wenn sie bis spät in die Nacht verhandeln und arbeiten. Und wenn bei der Europäischen Union, bei der G 20 oder bei sonst einem Gipfel in den Morgenstunden ein Ergebnis präsentiert wird, bewundert man die Politikerinnen und Politiker, die so lange durchgehalten haben. Dabei müsste das ein Alarmzeichen für ein schlechtes Ergebnis sein (was es ja oft auch ist). Denn die Forschung hat gezeigt: Übermüdete Menschen neigen zu Selbstüberschätzung und zur Ausblendung von Risiken. Es gibt gute Gründe, weshalb für Lastwagenfahrer oder Piloten Ruhevorschriften bestehen. Wer zu wenig schläft, gilt in diesen Bereichen als Risiko.

Warum Schlafen in unserer Gesellschaft kein gutes Image hat, bleibt ein Rätsel. Jugendliche punkten, wenn sie bis in die frühen Morgenstunden auf sind, und Leistungsorientierte beeindrucken, wenn sie schon um fünf in der Früh aufstehen. In der Nacht acht Stunden geschlafen zu haben ist derweil kein Leistungsausweis. Dabei ist Schlafen ein sehr genussvoller Aufenthalt in der Reparaturwerkstätte. Die Gefühlswelt wird in Balance gebracht, man isst weniger, bringt das Immunsystem in Schuss und denkt besser. In seinem Buch «Warum wir schlafen» zeigt der Biologe Albrecht Vorster auf, was alles während des Schlafs im Gehirn abläuft. Zum Beispiel Verknüpfungen, die zu intelligenten Querverbindungen und neuen Ideen führen. Weiter rät Vorster, das Bett ausschliesslich zum Schlafen und für sexuelle Aktivitäten zu nutzen, aber nicht zum Fernsehen oder Surfen. Sonst würden diese Inhalte im Bett liegenbleiben und den Schlaf stören. Es ist besser, aus dem eigenen Leben zu träumen, als einen Filminhalt im Traum weiterzuentwickeln.

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