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In vertikalen Gewächshäusern helfen Algorithmen, das Wachstum von Salat oder Tomaten massiv zu beschleunigen. Der Start-up Plenty in Kalifornien verspricht damit eine landwirtschaftliche Revolution.

von Florian Fink

Die Idee, mithilfe von Künstlicher Intelligenz die Produktion von Gemüse im Vergleich zu herkömmlichen Kulturen massiv zu steigern, ist in einem ehemaligen Lagerhaus für Elektronikprodukte im Süden von San Francisco Wirklichkeit geworden. Der Start-up Plenty hat für dieses Projekt ein Investitionskapital von 400 Millionen Dollar zur Verfügung. Zu den Investoren gehören Jeff Bezos, Gründer und CEO von Amazon, sowie Eric Schmidt, ehemaliger CEO von Google.

Die Anlagen produzieren Salate, die ohne Pestizide angebaut werden und nur ein Prozent des Bodens und fünf Prozent des Wassers der traditionellen Landwirtschaft benötigen. Das Unternehmen sagt, den 400-fachen Ertrag im Vergleich zur traditionellen Landwirtschaft zu erwirtschaften, und setzt dabei auf 100 Prozent erneuerbare Energie. Jede Farm kann nach Angaben des Start-ups auf einem Gebäude von der Grösse eines grossen Lebensmittelgeschäftes Produkte im Wert von 1500 Hektar anbauen.

Die landwirtschaftliche Revolution von Plenty-Gründer Nate Storey basiert ganz auf vertikalen Gewächshäusern mit IT. Denn Temperatur und Bewässerung werden von Robotern mit Künstlicher Intelligenz gesteuert. Anstelle der Sonne gibt es LED-Panels, die optimale Bedingungen für das Pflanzenwachstum ermöglichen. Es handelt sich um LED-Lampen, die auf das ideale Spektrum abgestimmt sind, das Pflanzen für die Fotosynthese benötigen. Die fotosynthetischen Wellenlängen würden mit dem Wachstum der Pflanzen synchronisiert, um den Energieverbrauch zu minimieren und die Erträge zu optimieren, so das Unternehmen.

Das Wasser wird recycelt und verdunstetes Wasser wieder abgefangen. Das System ist so konzipiert, dass es 99 Prozent weniger Boden und 95 Prozent weniger Wasser verbraucht als der Gemüsebau in traditioneller Landwirtschaft. «Wir reden nicht davon, ein paar Farmen hier und da zu bauen. Wir reden davon, die Kapazität der Welt, frisches Obst und Gemüse anzubauen, zu verdoppeln oder zu verdreifachen», verdeutlicht Gründer Storey. «Die jüngsten Unterbrechungen in der globalen Lieferkette, die durch die Waldbrände an der Westküste und COVID-19 verursacht wurden, haben deutlich gemacht, wie schnell unser Zugang zu Qualitätsprodukten vereitelt werden kann», sagt derweil Matt Barnard, Mitgründer von Plenty.

Das ultimative Ziel sei es, wie der Start-up betont, «die Landwirtschaft von den Zwängen des Wetters, der Jahreszeiten, der Zeit, der Entfernung, der Schädlinge, der Naturkatastrophen und des Klimas zu befreien». Die Salate von Plenty sind an 431 Standorten in Kalifornien beim Lebensmittelhändler Albertsons erhältlich.

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