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Das kennen Sie sicher: «Mach dir keine falschen Hoffnungen!» Diese oft gut gemeinte Warnung geht davon aus, es gebe richtige Hoffnungen und eben falsche. Das ist ein Trugschluss.

Es gibt nur Hoffnung – ohne vorgestelltes Adjektiv. Wolfgang Maly, Begründer der Maly-Meditation ist ein Verfechter der Feststellung: «Es gibt keine falschen Hoffnungen!» Der psychoonkologische Berater hat vor allem bei Krebspatienten erlebt, dass die Hoffnung entscheidend ist und nicht die terminale Diagnose. «Ohne Hoffnung ist jeder verloren», sagt Maly. Was tritt anstelle von Hoffnung, wenn sie als «falsche Hoffnung» fallen gelassen wird? Traurigkeit, Verzweiflung, Stress, Depression? Ist das tatsächlich eine Alternative zur Hoffnung? Und ist damit dem Körper und dem Geist gedient?
Viele Studien belegen inzwischen einen engen Zusammenhang zwischen der psychischen Verfassung und der Stärke des Immunsystems. Das Selbstvertrauen und das Urvertrauen, die allgemein als positive Werte gesehen werden, basieren auf Hoffnung. Es geht dabei um die zuversichtliche innerliche Ausrichtung, um die positive Erwartungshaltung dem Leben gegenüber. Diese Grundstimmung führt zu einer optimistischen Ausrichtung. Deshalb gehört zu den christlichen Tugenden neben Glaube und Liebe auch die Hoffnung.

Wer gezielt hofft, hat natürlich immer auch etwas Angst, dass das Erhoffte nicht eintreten wird. Charles Richard Snyder formulierte 1980 eine psychologische Hoffnungstheorie und betonte dabei die kognitive Komponente der Hoffnung: die Entschlossenheit, sich auf ein Ziel hinzubewegen. Es geht dabei um die Erwartung, dass man den Weg findet, um dieses Ziel zu erreichen. Snyder nahm an, dass hoffnungsvolle Menschen ihr Ziel stärker fokussieren, sich weniger schnell entmutigen lassen und auch nach alternativen Wegen suchen, wenn Hindernisse auftreten. Snyder wurde später vorgeworfen, seine Theorie erkläre nicht, warum Menschen auch dann Hoffnungen hätten, wenn sie kein Ziel sehen. Vielleicht sah er die Hoffnung zu kopflastig und zu wenig emotional. Dennoch: Wissenschaftliche Untersuchungen, die sich auf seine Theorie stützen, ergeben, dass Hoffnung psychologisches Wohlbefinden und psychische Gesundheit fördert. Und im Sport wirkt sich Hoffnung positiv auf die Leistung aus.

Anton Ladner