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Furcht, Wut, Unzufriedenheit und Frustration darüber, derzeit kein besseres Leben führen zu können: Das sind dominierende Gefühle im COVID-19-Alltag. Da hilft ein Satz: Ich bin ich, aber mit den anderen.

von Anton Ladner

Es klingt simpel, ist aber so: Unser Leben hängt davon ab, was wir fühlen und denken. Doch dieses Bewusstsein ist derzeit getrübt. Angst, Besorgnis, unerfülltes Verlangen bündeln sich und verstellen den Blick. Da und dort findet eine regelrechte Hinwendung zum Schwarzen statt, ein freudloses Leben. Das muss nicht sein. Es gilt einfach, sich bewusst zu sein, dass der Freude in der derzeitigen Lage eine ganz besondere Rolle zukommt. Natürlich stellt sich damit nicht automatisch Freude ein. Die Freude generiert sich aus der Verbundenheit mit anderen Menschen.

Die Psychologie des Ich von Freud vor über 100 Jahren ist nämlich tatsächlich eine Psychologie des Wir. Wir sind doch immer irgendwie an andere gebunden, intensiv oder nur lose, aber ein Band besteht. Doch diese Tatsache blenden wir gerne und oft aus. Dafür gibt es viele Gründe: Narzissmus, Grössenwahnsinn, Illusionen, Kränkungen usw. Dabei handelt es sich doch um eine schöne Tatsache, mit anderen verbunden zu sein. Das heisst nämlich auch, dass andere mit einem verbunden sind.

Die Fragilität, die mit der Corona-Krise stark spürbar geworden ist, hat Gefühle und Gedanken hochsteigen lassen, dass man sich aus Angst verschliesst, auch vor sich selber. Abwarten, bis das «richtige Leben» erneut beginnt, ist jedoch keine gute Selbstfürsorge. Zerbrechlich zu sein

gehört zu den Grenzen des menschlichen Wesens. Aber der zerbrechliche Mensch braucht dann den anderen. Entscheidend dabei ist: Er muss das verstehen, er muss es zugeben. Dann hilft eine Erkenntnis stark: Ich bin ich, aber mit den anderen. Mit dieser Erkenntnis kann man dieses und jenes Band pflegen – mit allen Corona-Sorgfaltsmassnahmen. Das generiert Freude – kleine, mittlere und ab und zu auch grosse. Die Verbundenheit wird erlebt und dadurch auch eine mit sich selber. Wie geht das konkret? Beim Einkaufen ins Gespräch kommen, den Nachbarn anrufen, Fotos vom eben gebackenen Kuchen per SMS übermitteln. Einfach offen sein, um Verbundenheit zu leben. Und statt «bleiben Sie gesund» neu «bleiben Sie freudig» wünschen. Das wirkt.

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