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Die Klimadebatte hat das eigene soziale Umfeld erreicht. Da drohen nun grosse Gefahren: Auseinandersetzung, Streit – bis hin zum Bruch. Wie kann man sich  vor Klimadebatten-Schäden schützen?

Kinder gehen fürs Klima auf die Strasse und konfrontieren ihre Eltern zu Hause mit harten Fragen. Zwar nicht in jedem Elternhaus, aber der Klimaschutz ist zweifellos ein Megatrend, der immer mehr Menschen erfasst. Denn die Unternehmen beginnen, den Klimawandel in ihr Geschäft zu integrieren. Banken bieten nun sehr aktiv Investitionen in Umweltschutz an und die ressourcensparende Produktion ist zum Geschäft geworden. Die Fakten und Emotionen in der Diskussion um die Klimaerwärmung und deren Ursachen haben zu einer Wende geführt. Die Menschen interessieren sich stärker für Produktion, Ernährung, Konsum, Mobilität, kurz für Alternativen zum Bisherigen. Berühmte Forscher fordern ein Umdenken, unterstützt von den Vereinten Nationen, und der Papst bezeichnet den Ressourcenverbrauch in der Ersten Welt zulasten der Dritten als Skandal. US-Präsident Donald Trump und der australische Premierminister Scott Morrison bestreiten derweil, dass der CO2-Ausstoss zu einem Klimawandel führt. Für sie sind Greta Thunberg und ihre «Fridays for Future»-Anhänger Irrlichter.

Wohl ähnlich gestalten sich im privaten Umfeld die Positionen, sofern man nicht nur Parteikollegen oder Gleichgesinnte zum Freundeskreis zählt. Wie damit umgehen, wenn ein Freund über Greta schimpft und die Klimadebatte als antikapitalistische Wachstumskritik brandmarkt? Debattieren darüber, was diese und jene Wissenschaftler gesagt haben, bringt nichts. Denn solche Diskussionen haben immer zwei Konstanten: Sie werden emotional mit Fakten aus Erinnerungen geführt. Und jeder will den andern mit seiner Position überzeugen. Das wird zu einem Tauziehen und letztlich zu einem Machtkampf. Wer es nicht so weit kommen lassen will, beschränkt sich auf reine Ich-Botschaften. Wie geht das? Ganz einfach: «Ich habe meinen Fleischkonsum reduziert und fühle mich dabei sehr gut.» «Ich kaufe keine Fast Fashion mehr, denn meine Mutter hatte recht: Qualitativ hochwertige und somit enstrechend teure Bekleidung ist auf Jahre hinaus die günstigste.» «Weniger ist für mich eindeutig mehr.» «Ich habe festgestellt, dass klimaschonend zu reisen zu völlig neuen Erlebnissen führt.» Solche ichbezogenen Aussagen ermöglichen ein Gespräch über Wahrnehmungen und Gefühle. Dies vermeidet einen Streit darüber, ob Greta ein Irrlicht ist. Das erweist sich rasch als kluge Selbstfürsorge.

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