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Die Weisheit macht das Leben einfach. Zur Weisheit scheint der Weg jedoch oft lang und mühsam. Aber es hilft bereits, die Weisheit anderer aufzugreifen – zum Beispiel die der alten Philosophen.

Wer achtsam leben möchte, steht immer wieder vor den Fragen nach dem richtigen und gelingenden Leben. Das scheint auch die Liebe zur Weisheit zu beflügeln. Sie funktioniert aber nur, wenn man Wissen generiert. Denn Weisheit umfasst Wissen und Können, Theorie und Lebenspraxis. Leider fällt die Weisheit nicht vom Himmel und stellt sich auch nicht als Konsequenz des Älterwerdens ein. Sie muss erworben werden, oft mit viel Einsatz, Einschränkungen und auch schmerzlichen Prozessen. Aber Weisheit ist auch bequem abholbar, da sie heute auf wunderbare Weise so vielfältig verfügbar ist. Zum Beispiel auf Radio SRF 2, wo keine raschen News über den Sender huschen, sondern Erkenntnisse in entschleunigter Art vermittelt werden. Es gibt viele Antworten auf die grossen Fragen des Lebens, sei es in der Religion oder auch in der Psychologie, die vielen das seelsorgerische Gespräch in der Kirche ersetzt. Und die grossartigen Weisheitstexte der Antike erweisen sich auch heute noch als Inspirationsquellen. Erstaunlicherweise haben sie über die Jahrtausende an Klarheit und Tiefe nichts eingebüsst. Allein diese Tatsache weist darauf hin, dass die alten Philosophen ewiggültige Antworten gefunden haben. Natürlich kann man das Rad der Zeit nicht zurückdrehen, die Lebensideale jener Zeit sind sehr fern von heute. Aber in der Substanz sind sie immer noch wertvolle Orientierungspunkte. Und darum geht es bei einer kognitiven Selbstfürsorge.

Albert Kitzler betreibt in Berlin die Schule für antike Lebensweisheiten «Mass und Mitte» und ist Autor des Buches «Wie lebe ich ein gutes Leben? Philosophie für Praktiker» und von «Philosophie to go. Grosse Gedanken für kleine Pausen.» Die Buchtitel vermitteln bereits trefflich, um was es geht. Kitzler plädiert für die Entwicklung einer inneren Haltung, die es ermöglicht, spontan und ohne langes Überlegen moralisch richtig zu handeln. Es geht dabei darum, aus den Handlungsautomatismen, die von zahlreichen Faktoren bestimmt sind, herauszukommen. «Weise ist nicht der, der viel weiss, sondern der, der danach lebt», sagt Kitzler. Das weckt die Lust, Wissen zu erwerben und an dessen Umsetzung zu wachsen – damit das Leben gelingt.