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Wer negative Gefühle zulassen kann, lebt glücklicher. Das ergaben drei Studien in den Vereinigten Staaten. Warum das so ist, bleibt allerdings ein Phänomen. Für eine emotionale Selbstfürsorge ist dies dennoch eine zentrale Erkenntnis.

Die Universität von Kalifornien in Berkeley hat in drei Experimenten mehr als 1300 Teilnehmende getestet, um herauszufinden, wie entscheidend die Art und Weise des Umgangs mit negativen Gefühlen für das Wohlbefinden ist. Die Auswertung der Tests ergab ein klares Bild: Wer negative Gefühle zulassen kann, lebt glücklicher. Das klingt nach einem Widerspruch, ist es aber nicht. «Wir haben festgestellt, dass Menschen, die ihre negativen Emotionen akzeptieren, weniger negative Emotionen erleben, was zu einer besseren psychologischen Gesundheit führt», fasst die Mitautorin der Studie Iris Mauss das Ergebnis zusammen. Aber die Forscher räumen ein, dass es sich dabei um ein Rätsel handle. Sie können nämlich nur darüber spekulieren, warum negative Gefühle entschärft werden, wenn sie angenommen werden. Iris Mauss denkt, dass man mit einer akzeptierenden Haltung gegenüber negativen Emotionen solchen seelischen Zuständen weniger Aufmerksamkeit beimesse. Menschen, die sich allgemein weigern, ihre schlechten Gefühle wahrzunehmen und sie anzuerkennen, geraten – so die Untersuchung – derweil leicht unter Stress, was ihr Leben überschattet. Wer belastende Gefühle wie Traurigkeit, Enttäuschung und Groll zulässt, hat laut der Studie nachhaltig weniger Symptome einer Stimmungsstörung als diejenigen, die sie wegstossen.

Es ist für das Wohlbefinden somit wichtig, wie man mit den eigenen negativen Gefühlen umgeht. Akzeptieren bedeutet aber auch, sie nicht zu beurteilen oder verändern zu wollen. Entscheidend ist, sie einfach wahrzunehmen, zur Kenntnis zu nehmen, dass sie da sind. Das kann einen intensiven Schmerz auslösen, ist in der Regel aber wie alles, was besonders intensiv ist, auch von kurzer Dauer. Als gehe es darum, das Gefühl an die Oberfläche kommen zu lassen, damit es verpuffen kann. Oder mit einem anderen Bild gesprochen: Der Stachel in der Haut muss gezogen werden, was nur möglich ist, wenn man den Schmerz, den er verursacht, zur Kenntnis nimmt. Man braucht sich dabei keine Gedanken darüber zu machen, wie der Stachel in die Haut geriet und warum das nun schmerzt. Die bedingungslose Akzeptanz braucht keine grossen Überlegungen und Analysen. Und sie ist der beste und schnellste Weg aus dem Tief, wie die Untersuchungen ergeben haben. Grund genug, daraus eine Lehre zu ziehen.