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Seit über 1000 Jahren wird in der Provence Lavendel angebaut. Er blüht noch bis August auf weiten Flächen des Hochlandes. Begehrt ist der Lavandula angustifolia in der Parfümindustrie, aber auch in kosmetischen und medizinischen Labors.

von Carl Meissen

Erst im 19. Jahrhundert haben die Menschen in der Haute-Provence damit begonnen, den wilden Lavendel in Dorfnähe umzupflanzen. Zuvor zogen sie los, um die stark duftenden Blüten in den sanften Landschaften zu pflücken. Seiter hat der Anbau von Lavendel so stark zugenommen, dass sich im Sommer eine Art von Lavendelmeer in der Provence ausbreitet. Denn die Essenz des echten Lavendels ist ein gesuchter Stoff und wird inzwischen mit dem Siegel Appellation d’Origine Controlée (AOC) gehandelt. Schon die Römer liebten Lavendel für Waschungen, was der Pflanze den Namen gab.

Das Lavendelöl ist heute ein Basisstoff in der Parfümerie- und Kosmetikindustrie und wird zunehmend auch für therapeutische Zwecke eingesetzt. Das Spektrum reicht vom Entspannungsbad bis hin zur Aromatherapie als Einschlafhilfe. Im Mittelalter schützte man sich mit Lavendel-Dampf allgemein gegen Krankheiten, Pfarrer Sebastian Kneipp setzte Lavendel gegen Verdauungsbeschwerden ein und die Volksmedizin nutzte ihn als Wurmmittel. Kurz: Es gibt praktisch kein Problem, bei dem Lavendel nicht Linderung verschafft.

Die intensive blaue Farbe hat den Lavendel in der Schweiz zu einer beliebten Garten- und Balkonpflanze gemacht. Besonders in Steingärten ist Lavendel eine pflegeleichte Dekoration. Ab August genügen dann bereits wenige Blüten, um mit dem herben, fast medizinischen Duft Motten von den Schränken fernzuhalten. Im Süden Europas landet Lavendel derweil auch auf dem Teller in Form junger Triebe, die einen würzigen Bittergeschmack haben.

Sonne und Kalkböden
Die Hauptanbaugebiete des Lavendels liegen im Gebiet nordwestlich des Mont Ventoux und auf den Plateaus von Vaucluse und Valensole. Von dem Lippenblütler gibt es 26 verschiedene Arten, die vorwiegend im Mittelmeerraum wachsen. Lavendel liebt Sonne und holt sich, wenn es sein muss, mit tiefen Wurzeln das Wasser aus dem Boden.

Die bekanntesten Arten heissen Echter Lavendel, Grosser Speik und Schopflavendel. Er gedeiht auf den trockenen und kalkhaltigen Böden der Haute-Provence so prächtig, dass es für ihn keine landwirtschaftliche Anbaualternative gibt.

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Der Lavendel wird hier etwa 30 Zentimeter hoch und gedeiht bis auf eine Höhe von 1400 Meter. Mit der Kreuzung Lavandin wurde eine ertragreichere Art mit einem intensiveren Duft geschaffen, die aber von feinen Nasen weniger geschätzt wird. Aus dem Lavendel auf einer Anbaufläche von einem Hektar kann nur ein Liter Lavendelöl gewonnen werden. Entsprechend kostbar ist diese Essenz. Deshalb wird der Lavendelduft auch als künstlicher Stoff produziert, der dann in Wasch- und Putzmitteln landet. Die kostbare Essenz ist vor allem für die Parfümindustrie bestimmt. Geerntet wird – je nach Wetterlage in den Vormonaten – ab Mitte Juli bis Anfang August.

Die Sicheln sind heute hochtechnischen Erntemaschinen gewichen, weil die mühsame Handarbeit sich nicht mehr rentiert. Die Lavendelessenz wird nicht durch Pressung gewonnen, sondern durch Destillation der getrockneten Blüten. Wasserdampf löst die Duftträger aus den Blüten, wird langsam abgekühlt, worauf sich das ätherische Öl löst. Dieses Alambic-Verfahren, das in der Provence seit vielen Jahrhunderten praktiziert wird, gilt als besonders schonende Gewinnung. In der Imkerei ist der Lavendel aufgrund des hohen Zuckergehalts seines Nektars besonders geschätzt. Entsprechend viele Bienen schwärmen über den Lavendelfeldern der Provence.

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