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Man muss nur wollen

Fruchtbare Ebenen, historische Dörfer und Städtchen, Weinberge, die zweisprachige Stadt Biel mit der pittoresken Altstadt und die nahen Jura-Anhöhen: Das Berner Seeland ist ein beschauliches Stück Schweiz, wo die Uhren zuweilen langsamer zu ticken scheinen. Erst recht in Twann, ein schmuckes Winzerdorf direkt am Bielersee. Ich bin dankbar, dass ich dort aufwachsen und meine Jugendjahre im elterlichen Beherbergungsbetrieb verbringen durfte – infiziert mit dem Gastgeber-Gen. Denn der Blick vom Jurasüdfuss Richtung Alpen hat nicht nur mein Interesse an dem geweckt, was jenseits dieser Berggipfel liegt. Die Tatsache, dass ich bereits in meiner Kindheit mit Menschen aus aller Herren Länder in Kontakt gekommen bin, hat mich geprägt und meine berufliche Laufbahn vorgespurt. In mir wuchs das Verlangen, fremde Kulturen kennenzulernen.
So lag es denn auf der Hand, dass es mich nach erfolgreichem Abschluss der Hotelfachschule und einigen spannenden Lehr- und Wanderjahren in die USA gezogen hat. An der School of Hotel Administration der Cornell University im Bundesstaat New York absolvierte ich das Professional Development Program (PDP). Indes, nicht ausschliesslich die anerkannte Ausbildungsstätte war es, die mich damals in die Ferne lockte. Mich reizten die dort herrschende Internationalität und die professionelle Herangehensweise an ein derart faszinierendes Berufsfeld.

Prägender Austausch
Ich hatte während meiner Studienjahre in Übersee das Glück, mit Personen in Kontakt zu kommen, die mich unterstützten und förderten. Ein Austausch, der mir immer viel gebracht hat. Allerdings war mir bewusst, dass ich auch etwas dafür tun musste – zum Beispiel offen sein, «open minded», also mit offenen Augen durchs Leben gehen, das Gespräch suchen, andere Meinungen und Ansichten respektieren und daraus lernen. Immer wieder traf ich in der Folge mit Menschen zusammen, die mir beruflich und privat wichtig waren. So konnte ich im Verlaufe meiner beruflichen Laufbahn durch viele Länder dieser Erde feststellen, dass die ganze Welt eigentlich so funktionieren kann, wie es in meinem Heimatdorf Twann funktioniert: Man spricht miteinander, ist füreinander da und zehrt von den Gedanken und Erfahrungen anderer. Man muss nur wollen. Die zum Teil tiefen Freundschaften, die während meiner 25-jährigen Tätigkeit auf den verschiedensten Kontinenten gewachsen sind, letztlich auch der stete Kontakt mit fremden Kulturen und die intensive persönliche Auseinandersetzung damit haben mich in vielerlei Hinsicht geprägt und meinen Charakter mitgeformt.

Nur gemeinsam stark
Neben meiner Familie war die lokale Bevölkerung stets die wichtigste Bezugsgruppe für mich. Denn ein Hotelmanager kann seinen Betrieb nicht im Alleingang führen. Nur gemeinsam mit den einheimischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konnte ich die Hotels in Ägypten, auf Mauritius, den Malediven und Sri Lanka oder in Saudi-Arabien erfolgreich betreiben. Die Führung und Förderung dieser Menschen, deren Integration in ein geordnetes Berufsleben und der bereits erwähnte bewusste Austausch mit ihnen waren mir denn auch enorm wichtig. Damit ist sicher zu begründen, dass ich in so vielen und zum Teil auch armen Ländern sehr glücklichen Menschen begegnen durfte. Oft waren sie glücklicher und herzlicher als etliche Gäste in den Fünf-Sterne-Häusern, die ich geleitet habe.

Dankbar für den schweren Rucksack
Etwas ganz Entscheidendes habe ich auf meinen Wanderjahren gelernt: Grundsätzlich sind die Menschen überall gleich. Wichtig ist nur, wie man aufeinander zugeht. Dieses Credo hilft mir in meiner neuen Funktion als General Manager des Chalet Royalp Hôtel & Spa in Villars-sur-Ollon. Ich verstehe die Bedürfnisse meiner internationalen Kundschaft und kann mithelfen, dass viele ihrer Träume wahr werden. Und: In unserem Team tragen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 13 verschiedenen Nationen zum Erfolg des Hotelbetriebes bei. Es ist mir ein grosses Anliegen, diese Crew vorwärtszubringen und Talente zu fördern. Mein Erfahrungsrucksack hilft mir dabei. Ein Rucksack, der dank bewussten und besonders achtsamen Blicken auf mein Umfeld im Laufe der Jahre schwer geworden ist. Dafür bin ich sehr dankbar.

Der 56-jährige Markus Marti ist seit Juni 2018 als General Manager im Chalet Royalp Hôtel & Spa tätig. Zuvor leitete er verschiedene Hotelbetriebe im Vier- und Fünf-Sterne-Bereich in Ägypten, Mauritius, auf den Malediven, in Saudi-Arabien und Sri Lanka. Markus Marti ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.