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Gesundheit ist wichtiger als Technik

Unter Strahlung leiden viel mehr Menschen, als man denkt. In einer repräsentativen Umfrage von 2004 waren es fünf Prozent der Schweizer Bevölkerung. Laut einer Erhebung im September 2008 war diese Zahl auf mindestens 8,6 Prozent gewachsen. Neuere Zahlen aus der Schweiz gibt es keine, aber 2009 war der allgemeine Mobilfunkstrahlungspegel noch viel tiefer als heute. Ich bin mir deshalb sicher, dass die Zehn-Prozent-Hürde schon lange genommen wurde.

Bereits in der noch heute viel beachteten Broschüre des Bundesamtes für Umwelt von 2005 mit dem Titel «Elektrosmog in der Umwelt» wurde aufgrund der damaligen Studienlage bejaht, dass Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, brennende Haut usw. unter Strahlung «wahrscheinlich» sind. Leukämie, Hirntumore und Schlafstörungen wurden als «möglich» erachtet. Doch die Lobby behauptet noch heute, es gäbe keine nachweisbaren Gesundheitsschäden durch Mobilfunkstrahlung. Dies, obwohl die Forschungsdatenbanken EMF:data und EMF-Portal viele 100 Studien aufgelistet haben, welche zeigen, dass es Auswirkungen gibt.

Ein gut dokumentiertes Beispiel aus der Praxis gibt es in der Schweiz: Neben einem Bauernhof in der Nähe von Winterthur wurde eine Mobilfunkantenne installiert. In der Folge kamen dort innert sieben Jahren 50 blinde Kälber zur Welt, 30 Prozent des Bestandes. Diagnose: grauer Star. Die trächtigen Kühe waren auf der Weide mit 0,6 Volt pro Meter belastet. Dies entspricht einem Zehntel des heutigen Schweizer Grenzwertes. Nach der Stilllegung der Antenne gab es keine blinden Kälber mehr. Dies ist kein Einzelfall in der Schweiz.

Auch die Bienen sind massiv betroffen. In der Öffentlichkeit spricht man immer von der Varroamilbe als Hauptursache. Aber Studien zeigen, dass über 40 Prozent der Bienen verschwinden, nicht mehr zum Bienenstock zurückkommen, seltsamerweise sogar im Winter. Die Bienenstöcke sind einfach leer. Keine toten Bienen liegen im Stock, was der Fall wäre, wenn die Varroamilbe für das Bienensterben verantwortlich wäre. Der Zusammenhang von Mobilfunkstrahlung und unzeitigem Ausschwärmen von Bienenvölkern wurde in der Schweiz von Dr. Daniel Favre nachgewiesen.

Was den Tieren geschieht, gilt auch für den Menschen: Mobilfunkstrahlung ist im heutigen Ausmass schädlich. Elektrosensible Personen sind nur die am besten sichtbaren Opfer. Stress und Depressionen können durch Mobilfunkstrahlung massiv gefördert werden. Generell gilt, dass Mobilfunkstrahlung diejenigen Krankheiten verstärkt oder sogar auslöst, für die man eine Veranlagung hat. Die neue 5G-Technologie wird ohne einen gesundheitlichen Nachweis eingeführt, wie er etwa bei Medikamenten nötig ist. Das ist grob fahrlässig. Die Auswirkungen werden wir letztlich alle zu tragen haben, egal ob Nutzer, Nichtnutzer, Tiere oder Natur. Am meisten gefährdet sind die Empfindlichsten, etwa die Kleinkinder.

Ich wünsche mir eine Gesellschaft, die weniger technikhörig ist und die wahren Werte des Lebens erkennt. Wenn das Handy wichtiger als die Liebe oder die Gesundheit ist, dann ist das bestimmt kein Fortschritt.

Martin Zahnd ist Präsident des Dachverbandes Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein und IT-Fachmann.