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Achtsamkeitsimpuls
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Achtsamkeitsimpuls

Wohl jeder Mensch hasst es, zu scheitern – vor allem wegen seines Umfelds. Befürchtet wird nach einem Versagen, in sozialen Kontakten weniger zu punkten. Dahinter steckt die Überzeugung, nur Erfolg mache sozial attraktiv.

von Anton Ladner

 

 

«26 Mal hat man mir vertraut, den spielentscheidenden Wurf zu machen – und ich habe den Korb verfehlt.» Die Basketball-Legende Michael Jordan sieht sich bei dieser Aussage als Versager. Der 1,98 Meter grosse Mann gilt als einer der besten Basketballspieler der Geschichte und kann es sich sehr gut leisten, über sein Versagen Witze zu reissen.

Scheitern und versagen sind immer eine sehr persönliche Angelegenheit. Dennoch lassen viele Menschen gedanklich ihre Umgebung bestimmen, wie sie damit umgehen. Wie man mit dieser negativen Entwicklung aber umgeht, liegt nur bei einem selber.

Die britische Autorin Elizabeth Day ist überzeugt, dass Scheitern eine ausgezeichnete Lebensschule sei, sofern man bereit sei, aus Fehlern zu lernen. Ihr im vergangenen Jahr auf Deutsch erschienenes Buch «How to fail – warum wir erst durch Scheitern richtig stark werden» macht den Titel zum Programm. Day schreibt: «Zu scheitern hat mir in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet.

Ich habe mehr aus meinen Krisen gelernt als aus den guten Zeiten.» Dennoch: Viele Menschen definieren sich über ihre Misserfolge und gestalten ihre sozialen Beziehungen entsprechend.

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Eine irrationale Gedankenmechanik nimmt dann überhand. Dieses und jenes kann man nicht mehr unternehmen, weil man da und dort gescheitert ist. Es beginnt ein Rückzug aus dem Leben, um sich (vermeintlich) zu schonen, um sich Blössen zu ersparen. Den Gewinnern gehört die Visibilität, den Gescheiterten die Unsichtbarkeit.

In diesem Punkt herrschen allerdings kulturelle Unterschiede: Ein Konkurs gilt in den USA fast als Erfolgsformel, während er in der protestantischen Schweiz als Versagen gewertet wird. Aber es gibt eine Allgemeingültigkeit: Wer sich trotz Versagens nicht verschliesst, erlebt in sozialen Kontakten oft eine neue Qualität von Beziehung. Misserfolg löst nämlich die Zunge im Umfeld der Betroffenen, die sich als Versager sehen. Da erzählt die vermeintlich so Erfolgreiche plötzlich, wie sie damals unten durch musste, weil alles schief gelaufen war. Auch Misserfolg verbindet, oft ehrlicher und tiefer.

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