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Werner fühlt sich mit seinen 63 Jahren gesund und ist irgendwie stolz darauf, seit vier Jahren nicht mehr beim Arzt gewesen zu sein. «Ich fühle mich fit! Warum soll ich zum Arzt?», lautet seine Überzeugung. Als er das letzte Mal bei einem Arzt war, erhielt er Cholesterinsenker und Säureblocker gegen Sodbrennen. Bald missfiel ihm die tägliche Medikamenteneinnahme. Er begann im Internet über Cholesterinsenker und Säureblocker zu recherchieren und war irritiert, wie kontrovers diese Medikamente bewertet und kommentiert wurden, auch von ausgewiesenen Fachleuten. Da beschloss Werner, alles abzusetzen und sich selber zu kurieren. Heute weiss er genau, was ihm beim Einschlafen und in der Nacht Sodbrennen verursachen kann. Deshalb meidet er diese Nahrungsmittel und Getränke. Für den Notfall hat er sich für wenig Geld Natron gekauft. Und die Cholesterinsenker sind für Werner reine Geldmacherei. Denn 70 Prozent des Cholesterins werden in der Leber produziert, was also genetisch vorgegeben ist und nicht durch eine gute Lebensführung gesteuert werden kann. Cholesterinsenker müssen für eine Wirkung zudem bis zum Lebensende genommen werden, was mit Risiken verbunden ist. Statine können nämlich bei einem von zehn Menschen zu unangenehmen Muskelbeschwerden führen. Für Werner ist es deshalb ein Unsinn, dass in der Schweiz zehn Prozent der Bevölkerung Cholesterinsenker schlucken. Werner hat gute Argumente für seine körperliche Selbstfürsorge. In einem Punkt schiesst er aber über das Ziel hinaus. Es ist nicht klug, über Jahre der eigene Hausarzt zu sein. Ab einem gewissen Alter sind Kontrollen sinnvoll, vor allem wenn sie regelmässig stattfinden. Denn nur so werden allfällige Veränderungen mit entsprechenden Risiken sichtbar. Zum Beispiel bei der Messung des Prostata­spezifischen Antigens (PSA). Ein erhöhter PSA­-Wert sagt noch nicht viel, aber die Entwicklung des Wertes schon. Um diese zu erkennen, sind jedoch regelmässige Bluttests notwendig. Eine PSA-Erhöhung kann verschiedene Gründe haben: eine gutartige Vergrösserung, Entzündungen, aber auch Prostatakrebs. Dann wird es kritisch, vor allem wenn Jahre verstrichen sind. Dieses Beispiel bestätigt: Eine kluge körperliche Selbstfürsorge findet unter regelmässigem Miteinbezug des Arztes statt.