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Die Pandemie hat den Hauslieferdiensten einen gewaltigen Schub gebracht. Doch die Unterschiede sind gross. Redaktorin Vanessa Diehl hat Farmy getestet, ein Angebot, das seit 2012 besteht, regionale Produzenten berücksichtigt und auf Transparenz wie Nachhaltigkeit setzt.

von Vanessa Diehl

Der kleine elektrische Lieferwagen fährt geräuschlos durchs Quartier. Auf der Seite steht in grüner Schrift «Frische Lebensmittel direkt vom Produzenten». Als Städterin spricht mich dieses Versprechen sofort an. Schon länger suche in nach einer Möglichkeit, unkompliziert hoffrisches Gemüse und Früchte einzukaufen. Die am Stadtrand liegenden Höfe sind mit dem Velo oder den öffentlichen Verkehrsmitteln nur mühsam zu erreichen. Aus Bequemlichkeit wird das Gebrauchte dann trotzdem im Supermarkt um die Ecke gekauft. Eine Freundin hat bereits während des Lockdowns bei Farmy bestellt und ist begeistert. Sie empfiehlt mir, den Lieferdienst unbedingt auszuprobieren. So lande ich kurze Zeit später auf farmy.ch und bin bereits von der Übersichtlichkeit und Benutzerfreundlichkeit der Website überzeugt.

Zuerst werde ich nach meiner Postleitzahl gefragt und lande in der Tarif-Zone A. Farmy liefert in die ganze Schweiz und nach Liechtenstein, aber je nach Wohnort ist die Lieferung gratis oder mit zusätzlichen Lieferkosten verbunden. Auch der Mindestbestellwert ist je nach Zone unterschiedlich. Mit der Postleitzahl berechnet mir die Website die Lieferkosten. In der Stadt Zürich sowie in Genf gibt es weder einen Mindestbestellwert noch muss ich mit Lieferkosten rechnen. Nun kann ich entweder ein bereits vorgefertigtes Set bestellen oder mir individuell meinen Warenkorb zusammenstellen.

Bei dem riesigen Angebot verliere ich mich jedoch sehr schnell und merke nach 20 Minuten, dass ich noch kein einziges Produkt ausgesucht habe. Vermutlich werden die Sets für Unentschlossene wie mich zusammengestellt. Schlussendlich landen Mini-Gurken von einem Biohof im Zürcher Unterland im Warenkorb sowie Bio-Rüebli aus neuer Ernte. Dankbar für den Saison-Hinweis, landet noch weiteres Gemüse im digitalen Korb. Auch ein Sechserpack Bio-Eier bestelle ich. Durch die Produzentenbeschreibung erfahre ich, dass meine bestellten Eier auf dem Hof Hosberg in Rüti gelegt wurden oder vielleicht auch erst noch gelegt werden. Anschliessend füge ich noch ein Forellenfilet aus der Zucht der Familie Spielhofer im luzernischen Römerswil hinzu.

Migros und Coop im Vergleich
Für insgesamt acht Produkte zahle ich bei Farmy 30.05 Franken, bis auf den Fisch alles in Bioqualität. Für den Vergleich versuche ich den gleichen Warenkorb bei den Lieferdiensten von Migros und Coop zusammenzustellen. Weder bei Coop noch bei Migros ist es möglich, das Forellenfilet zu bestellen.

Das Gemüse ist auch nicht immer in Bioqualität erhältlich oder in der gewünschten Grösse. Bei Migros würde mich ein ähnlicher Einkauf ohne Fisch 26.60 Franken kosten. Doch es gilt ein Mindestbestellwert von 99 Franken.

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Als Einzelperson ist mir das zu viel. Bei Coop kostet mich der Einkauf ebenfalls ohne Fisch 26.05 Franken. Die Lieferkosten allerdings betragen 17.90 Franken. Fast so viel wie mein Einkauf, da fallen mir fast die Augen aus dem Kopf. Begründet werden die Kosten mit dem logistischen Aufwand. Für Vorratseinkäufe und Familien mag dies ein passendes Angebot sein, mir ist es aber so zu teuer. Zurück zu meiner Bestellung bei Farmy. Zum Schluss werde ich gefragt, in welchem Zeitfenster der Lieferant vorbeikommen könne und an welchem Tag.

Ich wähle denn nächsten Tag zwischen 15.00 und 19.00 Uhr. Um 16.15 Uhr am darauffolgenden Tag erhalte ich eine SMS, dass meine Bestellung auf dem Weg zu mir sei, mit einem Link zu einem Tracking-Tool. Fünf Minuten später klingelt es an der Tür. In zwei Papiertüten und einer Kühltasche für den Fisch bringt mir der Lieferant meine Bestellung bis zur Wohnungstür. Beim Auspacken freue ich mich über die zusätzlichen Kompostbeutel, in denen das Gemüse transportiert wurde. So wird auf Plastikverpackungen verzichtet.

Fazit
Für mich ist Farmy ein nachhaltiges Angebot, um Lebensmittel grösstenteils aus der Region direkt vom Produzenten zu beziehen. Das Angebot ist vielseitig und beinhaltet auch Weine sowie Kosmetikartikel, Tiernahrung, Fertiggerichte und Babyartikel. Wobei die Ware auch von Produzenten aus anderen Ländern bezogen wird, wenn es kein vergleichbares Angebot in der Schweiz gibt. Was ich besonders schätze, ist die Deklarierung der Herkunft bei jedem einzelnen Produkt. Zusätzliche Informationen über jeden Produzenten geben mir ein Gefühl von Vertrauen. Auch die nachhaltigen Verpackungen und die elektronischen Fahrzeuge überzeugen mich. Wobei diese nur in den Städten Zürich und Genf eingesetzt werden. Ansonsten werden normale Autos zum Ausliefern genutzt. Für Städter ohne Bauernhöfe in der Nähe ist Farmy ein tolles Angebot, das ich gerne wieder nutzen werde.

 

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