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Olivenbäume
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Das Feuerbakterium Xylella fastidiosa ist weltweit eines der gefährlichsten Bakterien für Pflanzen und befällt bis zu 500 verschiedene Pflanzensorten. Besonders hart trifft es aber die Olivenbauern in Süditalien. Über eine Million Olivenbäume mussten dort bereits wegen Xylella gefällt werden. 

von Flavia Müller

Das Pflanzenbakterium, das sich in Italien mit einer Geschwindigkeit von rund zwei Kilometern pro Monat in Richtung Norden ausbreitet, hat nach Angaben des Landwirtschaftsverbandes Coldiretti bereits etwa 21 Millionen Bäume in Süditalien befallen. Das Bakterium verstopft die Leitungen der Bäume und verhindert damit, dass Nährstoffe und Wasser aus dem Boden in die Äste gelangen. Die Bäume vertrocknen dadurch langsam. 

Die Bekämpfung des Bakteriums ist besonders schwierig, da das Bakterium durch viele unterschiedliche Insekten übertragen wird  hinzu kommt, dass befallene Pflanzen über Monate keine Symptome zeigen, sodass eine Ausbreitung lange unentdeckt bleibt. Ein Pflanzenschutzmittel, das bei bereits befallenen Pflanzen eingesetzt werden könnte, ist bisher nicht bekannt 

2015 wurde von der EU-Behörde eine Richtlinie veröffentlicht, um den Pflanzenschutz zu sichern und die weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. So muss um den Befall eine 100 Meter breite Zone und eine fünf Kilometer breite Pufferzone errichtet werden. Des Weiteren wurde angeordnet, dass für eine Reihe von für den Handel bestimmten Pflanzen, die als Wirtspflanzen für den Erreger gelten, ein EU-Pflanzenpass obligatorisch ist. Befallene Pflanzen gilt es zudem zu entfernen und zu verbrennen. 

Heimat der Bakterien
In Europa tritt das gefährliche Bakterium bisher in Italien, Frankreich, Spanien und Portugal auf und breitet sich weiter aus.

Auch in der Schweiz wurde der Schadorganismus im September 2015 auf aus Mittelamerika – wo das Bakterium endemisch beheimatet sei  importierten Kaffeepflanzen festgestellt. Glücklicherweise konnten hierzulande jedoch bisher eine Etablierung und Verbreitung des Bakteriums verhindert werden.

Milch Kuh
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Wie das Bakterium das erste Mal nach Europa kam, ist unklar. Erst 2013 wurde es im Salento in Süditalien entdeckt. 2008 trockneten aber bereits rund 100 000 Mandelbäume aus. Wie man heute weiss, war auch dafür das Feuerbakterium verantwortlich, womit Mallorca die erste europäische Region ist, die befallen wurde.  

Der mediterrane Raum bietet dem Bakterium dabei besonders viel «Nahrung». Die Temperaturen und die Vielfalt an Oliven-, Mandel- und Obstbäumen sind ein wahres Schlaraffenland. Im süditalienischen Apulien, wo rund 60 bis 70 Millionen Olivenbäume beheimatet sind, hat man erst spät gemerkt, was wirklich passiert. Olivenbäume werden Hunderte von Jahren alt, einzelne sogar Tausende. Der älteste Olivenbaum in Süditalien  der Gigante di Alliste – ist geschätzte 1500 Jahre alt.  

Einst unzerstörbar
Olivenbäume sind gut an die dortigen Bedingungen angepasst und relativ pflegeleicht. Kaum etwas kann einen Olivenbaum zerstören. 
Legt eine Olivenfruchtfliege ihre Eier in einer Olive ab, schliessen die eigenen Reparaturstoffe der Olive das Loch, durch das die Fliege kam  der Olive bleibt lediglich eine kleine kreisförmige Narbe. Brennt die Sonne im Sommer zu stark, schützt der Baum sich selbst, schliesst seine Atemporen und wartet auf Wasser. Wird er abgesägt, spriesst er neu. Nur gegen das Bakterium hat auch der Olivenbaum noch keine Lösung gefunden. 

Apulien  einst die ärmste Region Italiens, heute eines der bedeutendsten Reiseziele – lebt von den Olivenbäumen und dem Tourismus. Nebst dem Bakterium plagt die Region nun auch das Virus gewaltig.

Oliven
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Einschränkungen durch Corona
Corona und der damit verbundene wirtschaftliche Stillstand setzen Apulien doppelt zu. Messen, auf denen
Olivenöl und andere Produkte verkauft werden sollten, sind abgesagt, Warentransporte zu den Kunden im Norden sind nicht oder nur äusserst eingeschränkt möglich und die versprochene XylellaEntschädigung von rund 300 Millionen ist ebenfalls vorerst blockiert. 

Der landwirtschaftliche, soziale und finanzielle Schaden ist immens – und weder beim Virus noch beim Bakterium ist eine baldige Besserung der Situation absehbar. 

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