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Gemeinsam die Zukunft gestalten

Die Schweiz ist ein grosszügiges Land. Zwei Drittel aller Haushalte in unserem Land spenden regelmässig. 2017 belief sich die gesamte Spendensumme auf mehr als 1,8 Milliarden Franken. Genauso eindrücklich sind die 660 Millionen unbezahlter Stunden, die Freiwillige jedes Jahr leisten. Privates philanthropisches Engagement ist einer der Erfolgsfaktoren der Schweiz. Es spielt bei uns eine Rolle, ob sich Frau oder Herr Schweizer für die Gesellschaft engagieren. Sei es, indem sie Nachbarschaftshilfe leisten, Junioren trainieren, Tixi-Taxi fahren oder eben – eine Stiftung gründen. Die Ressourcen, die eingesetzt werden, sind teilweise unterschiedlich, das Ziel dasselbe: Eine positive Wirkung auf die Gesellschaft erzielen, Chancen eröffnen, gemeinsam die Zukunft gestalten.

Die Schweiz ist das Stiftungsland par excellence. Mit über 13 000 gemeinnützigen Stiftungen haben wir pro Kopf sechsmal mehr Stiftungen als die USA oder Deutschland. Die Hälfte davon sind Förderstiftungen, das heisst gemeinnützige Stiftungen, die von Privatpersonen oder Unternehmen gegründet wurden und deren Vermögen zur Umsetzung des gewählten Stiftungszweckes, beispielsweise im Kulturbereich, für Bildung und Forschung, Umweltschutzvorhaben oder soziale Themen verwendet werden.

Dass es in der Schweiz – im Vergleich mit anderen Ländern – so viele gemeinnützige Stiftungen gibt, hat nicht nur mit unserem Reichtum zu tun, sondern vor allem mit unserer politischen DNA: Stiftungen sind Ausdruck einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Autokratischen Regierungen, wie sie zurzeit in Ungarn, Polen, der Türkei oder Russland am Ruder sind, sind private gemeinnützige Stiftungen ein Dorn im Auge. Zu unabhängig sind sie, zu offenkundig in ihrem humanistischen Anspruch. Gemeinnützige Stiftungen sind eine unabhängige Kraft, die mit ihrer Expertise und ihren Ressourcen neben Staat und Wirtschaft massgeblich zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen und die Pluralität in unserem Land stärken. Stiftungen können Initiativen und Projekte anstossen, die (noch) nicht mehrheitsfähig sind. Sie können auf Lücken und Chancen hinweisen und mithelfen, diese bestmöglich zu nutzen. Sie können Innovationen ermöglichen und Menschen an einen Tisch bringen, um gemeinsame Lösungen zu suchen. Stiftungen sind die eigentlichen Risikokapitalgeberinnen einer Gesellschaft.

Der Schweizer Stiftungssektor hat sich in den vergangenen 15 Jahren gewandelt. Stiftungen haben erkannt, dass es nicht mehr reicht, nur im stillen Kämmerchen gute Arbeit zu leisten. Gemeinnützige Stiftungen, die gesellschaftlich relevant sein wollen, müssen sichtbar, zugänglich und nachvollziehbar sein. Sie müssen mit der Gesellschaft kommunizieren, um von ihr auch verstanden zu werden. Gleichzeitig gilt es, die sehr guten Rahmenbedingungen, welche gemeinnützige Stiftungen in der Schweiz vorfinden, zu erhalten und zu stärken. Damit Stiftungen auch in Zukunft partnerschaftlich zum Wohl aller wirken können.

Pascale Vonmont ist Geschäftsführerin der Gebert-Rüf-Stiftung und Vorstandsmitglied von SwissFoundations, dem Dachverband der Förderstiftungen der Schweiz.