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Anne Challandes
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Mein achtsamer Blick:

 

Pater Michael Heinz
Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat

«Töten der indigenen Waldschützer muss enden»

In den vergangenen zwölf Monaten hat die Gewalt gegen Umweltschützer zwischen Feuerland und dem Rio Bravo noch einmal zugenommen. In vielen Ländern wird die indigene Bevölkerung immer noch als Hindernis oder gar Feind einer wirtschaftlichen Entwicklung betrachtet. Das führt zu unheilvollen Allianzen mit profitgesteuerten Interessen von legalen und illegalen Unternehmen von Venezuela über Kolumbien bis Peru und Brasilien. Das Wissen und die Einstellung der indigenen Völker zur Natur sind für das Klima und die Natur entscheidend. Denn nur mit den indigenen Völkern ist eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung möglich.

Adveniat stellt sich deshalb hinter die Forderung von indigenen Führerinnen und Führern aus dem Amazonasgebiet, die die Regierungen der Amazonas-Länder zu einem entschlossenen Handeln und multilateralen Garantien aufgerufen haben. Für das kulturelle, politische, aber auch rein physische Überleben ist dies unabdingbar, wie ein Blick auf die Zahlen beweist. 600 indigene Aktivistinnen und Aktivisten sind in der Region seit 2014 ermordet worden.

Wachsende Gefahr für Aktivisten
Durchschnittlich ein Mord alle zwei Tage im Jahr 2020, lautet die erschreckende Bilanz. Eine Abfrage bei indigenen Organisationen Lateinamerikas ergab: Eine Mehrheit sieht eine wachsende Gefahr für Leib und Leben der indigenen Aktivisten.

Es reicht aber nicht aus, nur den Blick auf den Amazonas zu richten. Ob Wasserknappheit in Chile, illegaler Bergbau in Kolumbien und Venezuela, absurde Grossprojekte in Mittelamerika – die indigene Bevölkerung bezahlt immer noch den Preis für diese Art von Wirtschaftspolitik. 

Achtsamer Blick
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Die internationale Politik muss sich fragen:  Einen abgeholzten Regenwald, ein zerstörtes Klima und eine vernichtete Kultur oder ein nachhaltiges, respektvolles Zusammenleben in Einklang mit der Natur und der Schöpfung.

Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat wird sich weiter als Teil des Amazonas-Netzwerks REPAM (Red Eclesial Panamazónica) für die Rechte der indigenen Völker vor Ort einsetzen. Ich habe aber auch das ungeheure Engagement zahlreicher junger Menschen beim letzten Weltjugendtag in Panama erlebt, die ein Umdenken der reichen Industrienationen und einen Umgang auf Augenhöhe mit den indigenen Völkern forderten. Genau diese Begeisterung der Jugend für eine neue Form des Zusammenlebens und der Wirtschaft muss unser Antrieb sein.

Pater Michael Heinz, Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat.

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