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Sie machen unseren Pudding cremig, die Limonade fruchtig gelb und unsere Wäsche weisser: Zusatzstoffe. Obwohl die meisten als sicher gelten, gibt es einige, die nicht über alle Zweifel erhaben sind. Doch egal, wie sehr wir ihnen misstrauen – vermeiden lassen sie sich kaum noch.

von Florencia Figueroa

Essen ist für die meisten Menschen an und für sich ein Genuss. Es schmeckt uns und wir essen gerne. Manche Menschen essen gar mehr, als gut für sie ist. Warum also sind Zusatzstoffe nötig, die die Nahrungsmittel zwar sozusagen verbessern, jedoch zum Teil auch als gesundheitsschädlich eingestuft werden? Wann hat das überhaupt angefangen mit den Zusatzstoffen?

Tatsächlich geht die Geschichte bis in die Antike zurück. So nutzten die Römer zum Beispiel unter anderem Salpeter und Kurkuma, um Speisen haltbarer und ansehnlicher zu machen. Es geht bei den Zusatzstoffen also insbesondere um Aussehen, Geschmack, Haltbarkeit und Transportfähigkeit. So richtig in Fahrt kam die Verwendung von Zusatzstoffen aber mit der industriellen Produktion von Nahrungsmitteln.

Doch was sind Zusatzstoffe? Zuerst zur Worterklärung. Schliesslich gibt es, wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) auf seiner Website schreibt, einen kleinen Unterschied zwischen Inhaltstoffen und Zusatzstoffen. Das BLV ist für die Zulassung von Zusatzstoffen zuständig und entscheidet somit darüber, ob sie verwendet werden dürfen.

Inhaltsstoffe sind gemäss dem BLV Ingredienzien, die natürlicherweise in den Lebensmitteln vorkommen, wie Kohlenhydrate, Proteine und Fette. Zusatzstoffe hingegen werden künstlich hinzugegeben.

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Allgegenwärtige Zusatzstoffe
Ein Zusatzstoff muss drei Kriterien erfüllen, um zugelassen zu werden. Dazu gehört, dass es gesundheitlich unbedenklich und technologisch nötig ist. Darüber hinaus dürfen Konsumenten durch ihre Verwendung nicht getäuscht werden.

Europaweit sind an die 320 Zusatzstoffe zugelassen, die analog ihrer Funktion gruppiert werden. So existieren zum Beispiel Antioxidationsmittel, mit denen man verhindert, dass die Lebensmittel verderben. Oder Stoffe, die die Farben intensivieren. Und Emulgatoren verbinden Komponenten, die sich eigentlich nicht miteinander vermischen lassen, wie beispielsweise Wasser und Öl. Weiter gibt es Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe, Zuckeraustauschstoffe und viele mehr.

Doch woher kommen Zusatzstoffe? Sie können entweder natürlichen oder künstlichen Ursprungs sein. Die natürlichen Zusatzstoffe werden aus Pflanzen oder Tieren gewonnen. Und die künstlichen stellt man einfach im Labor her. Grundsätzlich gilt, dass die Zusatzstoffe auf dem Etikett ausgewiesen werden müssen. Entweder durch ihre Funktion, durch ihre chemische Bezeichnung oder durch die E-Nummer, wobei E für Europa steht. So können Konsumenten stets selbst entscheiden, ob sie Zusatzstoffe verzehren wollen oder nicht.

Das Problem ist, dass der Einsatz von Zusatzstoffen heutzutage schwer zu vermeiden ist. So schreibt die Migros in einer Broschüre, dass sich derart hohe Anforderungen an Produkte bezüglich des Geschmacks, des Aussehens, der Haltbarkeit und der Transportfähigkeit stellen, die ohne Zusatzstoffe kaum zu erfüllen seien. Kein Wunder, dass auch Biolebensmittel Zusatzstoffe enthalten – wenn auch weniger. Obwohl die Ungefährlichkeit zahlreicher Zusatzstoffe hervorgehoben wird, räumen Detailhandels- und Grosshandelsunternehmen wie Coop ein, dass es zum Teil auch bedenkliche Zusatzstoffe gibt.

Die meisten gelten als sicher
So würden gemäss Coop beispielsweise die künstlich hergestellten Farbzusätze namens Azofarbstoffe, die unter anderem zur Färbung von Papier, Textilien, Fetten und Ölen dienen, im Verdacht stehen, Hyperaktivität bei Kindern zu begünstigen, weshalb der Konzern bei seinen Eigenmarken darauf verzichtet. Zu den Azofarbstoffen zählen E102 (Tartrazin), E104 (Chinolingelb), E110 (Gelborange S), E122 (Azorubin/Karmesin), E124 (Chochenillerot) und E129 (Allurarot AC) und es stehen noch mehr Zusatzstoffe in der Kritik.

So sollen beispielsweise die Konservierungsstoffe E239 (Hexamethylentetramin), E284 (Borsäure) und E285 (Borax), die dazu genutzt werden, Arzneimittel, aber auch Lebensmittel und Kosmetika zu konservieren, diverse Allergien, Durchfall oder gar innere Organschäden auslösen können. Jedoch wird die Gefahr dafür als äusserst gering eingeschätzt. Besonders negativ aufgefallen ist das Gelier- und Verdickungsmittel E425 (Konjak). In der EU wurde es in Form von Geleesüssware verboten, weil es zu Erstickungsanfällen geführt hat. In anderen Lebensmitteln ist es jedoch nach wie vor erlaubt.

Die Liste der bedenklichen Zusatzstoffe liesse sich beliebig fortführen. Was es aber zu betonen gilt, ist, dass Zusatzstoffe grundsätzlich als sicher eingestuft werden. Allerdings gibt es Kritiker, die zu bedenken geben, dass man teilweise einfach noch zu wenig über die Zusatzstoffe weiss, um es vollends beurteilen zu können. Zudem sei auch nichts über die Wechselwirkung der Zusatzstoffe bekannt. Ein gesundheitliches Risiko könne demnach nicht ausgeschlossen werden.

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