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Konsequent. Feministisch. Für die 99 Prozent!

Wir leben in turbulenten Zeiten. Die Klimakrise droht die Lebensgrundlage von Hunderten Millionen Menschen zu zerstören. Das reichste Prozent der Bevölkerung eignet sich einen immer grösseren Teil des gemeinsam erarbeiteten Wohlstands an und unzählige Geflüchtete stehen an den Toren Europas und erinnern uns an das massive Elend, das unser Wirtschaftssystem im globalen Süden verursacht. Doch statt mutigen politischen Lösungen werden uns dieselben lauwarmen Rezepte vorgesetzt, die uns in die herrschende Krise geführt haben. Die Steuern für Unternehmen werden gesenkt, es wird an die Eigenverantwortung appelliert und von griffigen Massnahmen gegen die Klimakatastrophe fehlt weiterhin jede Spur.

Die Kosten, die unser verfehltes Wirtschaftssystem verursacht, werden ausgerechnet den Menschen aufgebürdet, die bei den jeweiligen Entscheidungen am wenigsten mitbestimmen können: der Bevölkerung im globalen Süden, den zukünftigen Generationen und den Ärmsten unserer Gesellschaft. Sie sind es, die am stärksten unter den Folgen der Klimakatastrophe leiden werden und heute von Abbaumassnahmen, Armut und steigenden Lebenskosten betroffen sind. Der Grund dafür ist unser Wirtschaftssystem, das untrennbar mit der Ausbeutung von Menschen und der Natur verknüpft ist. Im Zentrum stehen die Profite des reichsten Prozents statt die Bedürfnisse der Menschen. Es ist illusorisch zu glauben, wir könnten die Klimakatastrophe aufhalten, solange jene, die an den Hebeln der Macht sitzen, von der Ausbeutung unserer Umwelt profitieren.

Trotzdem erzählt man uns, «weiter so» sei die einzige Möglichkeit. Es ginge nicht anders. Wir hätten keine Wahl. Als Juso-Präsidentin bin ich nicht bereit, diese vermeintliche Alternativlosigkeit zu akzeptieren. Ich kämpfe für eine feministische, ökologische Welt für die 99 Prozent der Bevölkerung. Ich will eine Gesellschaft, in der sich alle Menschen frei entfalten können, unabhängig von ihrem Geschlecht, der Herkunft, der Sexualität oder der Klassenzugehörigkeit.

Eine freie Welt ist nur möglich durch eine Demokratisierung aller Lebensbereiche. Denn wahre Freiheit bedeutet nicht nur die Abwesenheit von Regeln, sondern auch die Abwesenheit von ökonomischen Zwängen. Freiheit braucht deshalb auch soziale Sicherheit sowie Mitbestimmungsrechte in der Schule, am Arbeitsplatz und in allen anderen Bereichen des Lebens.
Nur so können wir das Versprechen der Demokratie endlich einlösen: Alle Menschen, die von einer Entscheidung betroffen sind, müssen das Recht haben, mitzubestimmen. Zusammen mit meiner Partei setze ich mich ohne Wenn und Aber für diese demokratische und freie Gesellschaft ein. Konsequent. Feministisch. Für die 99 Prozent.

 

Ronja Jansen ist neugewählte Präsidentin der Juso Schweiz. Die Baselbieterin studiert Soziologie und Wirtschaft und arbeitet bei einer Nichtregierungsorganisation.