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Das frühere Konsumleben kehrt schrittweise zurück. Aber braucht man das nach dieser Erfahrung während der Corona-Krise noch? Geht es auch anders? Wird weniger jetzt zu besser?

In sehr vielen Publikationen waren Rezepte zu lesen, wie man zu Hause einfach und schnell Brot backt. Kein Schweizer Phänomen, denn auch die bekanntesten deutschen Titel Spiegel, Stern oder Zeit nahmen sich des Themas Brotbacken in den eigenen vier Wänden an. Ebenso die New York Times und die Washington Post. Das ist auffallend, denn das Brotangebot war nie knapp und immer zugänglich. Dennoch ist es kein Zufall. Bei Brot handelt es sich um ein Gut, das auf unterschiedliche Weise tief in uns verankert ist. Geht es somit um einen kleinen Rückzug aus den Konsumtempeln? Handelt es sich dabei um eine Anpassung, um eine Vorwegnahme, weil man da und dort liest, dass Fluggesellschaften nur noch stark verkleinert überleben würden und die Kreuzschifffahrt am Ende sei? Der erzwungene Konsumstillstand in vielen Bereichen hat zu Erfahrungen geführt, die für den Kapitalismus des Überangebots gefährlich werden könnten. Warum noch überfordert vor dem Brotregal stehen, um aus dem riesigen Angebot auszuwählen, wenn ja zu Hause gebacken wird. Eine völlig neue Erfahrung von Unabhängigkeit und Freiheit. Denn die Corona-Krise hat gelehrt, dass vieles, das als unverzichtbar erschien, überhaupt nicht vermisst wurde. Der Lockdown hat ans Licht gebracht, dass es auch ganz anders geht und dass dies erst noch guttut. Nur das kaufen, was das Grundbedürfnis abdeckt, war da und dort eine gute Erfahrung. Konkret: Der Verzicht erschien nicht mehr als Einschränkung, sondern als Schranke zum Neuen ohne überbezahlten Überfluss. Das ist eine neue Erfahrung für viele: ein Leben ohne eine permanente Anschaffungshaltung. Was hat das mit körperlicher Selbstfürsorge zu tun? Einiges, weil man dem Körper weniger von dem zumutet, was ihm gar nicht guttut. Selbstgekochtes statt Vorgekochtes mit chemischen Zusatzstoffen zum Beispiel, mehr Gelassenheit in vielen Fragen, weniger zwanghaftes «Ich muss noch», «Ich brauche noch». Es geht somit um die Frage, wie viel Konsumgenuss der Körper erträgt. In der Corona-Krise haben sich einige Fixierungen aufgelöst und zu einer unbekannten Befreiung geführt. Ist das nur ein vorübergehender Wandel? Wohl kaum, solange Konsumieren mit Corona-Einfangen gleichgesetzt wird.