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Wird meine Ausbildung in einer Sackgasse enden?

Keine Woche ohne eine neue Schlagzeile rund um den Arbeitsmarkt 4.0. Klar ist, vieles befindet sich im Umbruch. Insbesondere die Jungen sehen sich mit Fragen, Unsicherheiten und Erwartungen konfrontiert. Da sich nicht nur Arbeitsformen, sondern auch die beruflichen Tätigkeiten ändern, stellt sich vielleicht für einige die Frage: Kann man sich für die falsche Ausbildung entscheiden? Was tun, wenn die erlernten Fähigkeiten eines Tages nicht mehr gefragt sind? Die gute Nachricht ist: Keine frühere Generation verfügte über ähnlich viele Berufsoptionen wie die heutige. Dank dem dualen Bildungssystem, das uns viele Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt, müssen wir nicht bereits am Anfang unserer Berufslaufbahn den «Job fürs Leben» wählen, sondern können uns im Verlaufe der Jahre – in einem gewissen Rahmen – umorientieren. Dennoch lohnt es sich, gewisse Weichen frühzeitig zu stellen.

Interessen, Fähigkeiten und Berufswünsche sind wichtige Kriterien, um sich für eine Ausbildung oder ein Studium zu entscheiden. Fragen sollte man sich aber auch, wie es um die Berufsaussichten (Arbeitslosigkeitsrisiko, Lohnentwicklungen etc.) nach dem Studium steht und wie die Chancen auf dem Arbeitsmarkt aussehen. Zurzeit werden in der Schweiz mehrheitlich Fächer belegt und Qualifikationen erworben, die auf dem Arbeitsmarkt nicht im gleichen Umfang nachgefragt werden. Dies sieht man zum Beispiel daran, dass wir für bestimmte Berufsgruppen vermehrt Arbeitskräfte aus dem Ausland holen. Aufgrund des technischen Fortschritts können wir davon ausgehen, dass insbesondere die Arbeitsplätze im digitalen Sektor zunehmen werden. Demzufolge müsste zum Beispiel die Zahl der Studierenden in den Mint-Fachrichtungen (Mint = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) steigen, weil aufgrund der Digitalisierung diese Ausbildungen und die damit erworbenen Kompetenzen vermehrt nachgefragt werden. Es ist jetzt aber nicht so, dass wir alle Informatikcracks sein müssen, um in Zukunft noch Arbeit zu haben. Denn je weiter der Digitalisierungsgrad der Arbeitswelt voranschreitet, desto wichtiger werden die Menschen hinter den Maschinen. Nicht alle Berufe lassen sich automatisieren. Sofern man das Credo des lebenslangen Lernens verinnerlicht hat, ist man gut auf den Arbeitsmarkt der Zukunft vorbereitet. Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und soziale Kompetenzen werden immer gefragt bleiben.

Es ist zentral, (technischen) Neuerungen gegenüber offen zu sein und das «lifelong learning» nicht als Floskel zu verstehen. Neugier macht sich bezahlt: Noch nie konnte man sich so vieles so einfach selbst beibringen wie heute. Neben «life hacks» kann man Sprachen vertiefen, sich mit dem Programmieren vertraut machen und vieles mehr. Online-Kurse gibt es wie Sand am Meer, renommierte Universitäten wie private Anbieter bieten unzählige Zertifizierungen an, die neu erworbene Fähigkeiten belegen. Diese Möglichkeiten sind in Zeiten nicht linearer Karrieren besonders wertvoll. Aus einem Lebensentwurf können mit der Zeit verschiedene Lebensabschnittsentwürfe werden. Und dank unserer durchlässigen Bildungslandschaft kann durch Eigeninitiative aus nahezu jeder Sackgasse eine Durchfahrtstrasse werden.

Salomè Vogt ist Leiterin Avenir Jeunesse bei Avenir Suisse. Zuvor war sie Mitarbeiterin bei Travelhouse sowie der Almog GmbH und als Volontärin beim Schweizerischen Jugendrotkreuz tätig. Ihr Studium an der Universität Zürich schloss sie mit einem Master in Politikwissenschaften und den Nebenfächern Recht sowie Gender Studies ab.

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