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Der Samichlaus bringt etwas Ruhe und Wärme in die Stuben während der hektischen Adventszeit

Als Kind haben mich die Besuche von Samichlaus und Schmutzli gefreut, obwohl ich zwischenzeitlich auch etwas Angst hatte, weil der Schmutzli schon auch mal poltern konnte.

Heute ist die Zeit vorbei, in der Samichlaus und Schmutzli den Kindern Angst machen wollen. Sie möchten den grossen und kleinen Leuten in der Adventszeit Freude bereiten. Der Samichlaus spricht mit den Kindern, geht auf sie ein und lobt sie. Hier und da regt er an, wo gewisse Sachen noch etwas besser gemacht werden könnten. Erziehen und tadeln gehören nicht zu den Aufgaben von Samichlaus und Schmutzli. Das würde auch gar nicht funktionieren. Erzogen wird ja nicht nur einmal im Jahr eine halbe Stunde.

Wenn der Samichlaus etwa einem Vierjährigen den Nuggi wegnehmen würde, hätten anschliessend die Eltern das Geschrei – und die Erinnerung an Samichlaus und Schmutzli wären für das Kind dadurch ganz sicher getrübt.

Bei manchen Eltern besteht auch heute noch die Vorstellung, dass Samichlaus und Schmutzli mit den Kindern schimpfen sollen, und sie vergessen dabei, sich selber etwas Mühe zu geben. So ermahnt der Samichlaus während seines Besuchs auch schon mal die Eltern, das Handy wegzulegen oder den Fernseher auszuschalten.

Samichlaus und Schmutzli gebrauchen die Fitze heutzutage zum Schuheputzen; schliesslich wollen sie ja keinen Dreck in die gute Stube der Familien und in die Klassenzimmer bringen, und der Sack dient dazu, um die Nüssli, Mandarinen und Schöggli zu bringen.

Der Samichlaus ist für mich eine schöne Tradition, die wir erhalten sollten.

Seit elf Jahren bin ich bei der St. Nikolausgesellschaft der Stadt Zürich (StNg) dabei und kann diese Tradition mit aufrechterhalten, was mir grossen Spass bereitet. Damals begann ich als «Eseli». «Eseli» (nicht Esel) werden bei uns die Fahrerinnen und Fahrer genannt, die den Samichlaus und den Schmutzli während der Aktion zu den Besuchen fahren.

Seit eineinhalb Jahren darf ich als Präsidentin der Gesellschaft vorstehen und habe zwischen Oktober und Dezember mit meinen freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Fulltime-Job. Wir planen und koordinieren die zahlreichen Besuche, packen etwa 3000 Säckli, bereiten die Gwändli vor und erledigen unzählige weitere Anliegen. All diese Arbeiten verrichten wir mit sehr viel Herzblut und ohne Bezahlung.

Immer am letzten Sonntag im November beginnt mit dem Einzug an der Bahnhofstrasse die jeweilige Samichlaus-Aktion. Ab dann besuchen wir Familien, Kindergärten, Schulen, Altersheime und Vereine. Die Nachfrage nach Besuchen von Samichlaus und Schmutzli ist nach wie vor gross. In diesem Jahr werden es rund 100 Besuche mehr sein als im vergangenen Jahr.

Der Samichlaustag ist das erste Fest in der Adventszeit. Er und sein Schmutzli bringen Freude, Wärme, Ruhe und einen Moment des Innehaltens mit, in dem man sich darauf besinnen kann, worum es im Advent und an Weihnachten eigentlich geht.

Karin Diefenbacher ist Präsidentin der St. Nikolausgesellschaft der Stadt Zürich.

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