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Beitrag zur Stabilität des Landes

Die Berufsbildung in der Schweiz geniesst weltweit eine hohe Anerkennung. Doch wie können wir die hohe Qualität auch in Zukunft gewährleisten? Im Kanton Zürich arbeitet man zusammen mit dem Bund und den Arbeitgebern mit Hochdruck an der Reform der Berufsbildung und macht sie so fit für die Zukunft. Megatrends wie Globalisierung und Digitalisierung erfordern lebenslanges Lernen.
Lebenslanges Lernen besteht nicht nur darin, seinen Lebenslauf mit Kursen und Titeln anzureichern. Nein, wichtig ist auch ein kritischer Blick auf die eigenen Fähigkeiten, ein ständiges Weiterentwickeln und ein Training zur Erhaltung der eigenen Fitness auf dem Arbeitsmarkt.

In der Reform «Berufsbildung 2030» erhält das lebenslange Lernen deshalb neu den Status einer Grundhaltung für Auszubildende. Zudem werden die persönlichen Kompetenzen ins Zentrum gerückt. Wichtig sind vor allem soziale Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Empathie, Sinn für Nachhaltigkeit, aber auch interkulturelle Kompetenzen und vernetztes Denken. Die kognitiven und praktischen Fähigkeiten sowie angewandtes Wissen sind weiterhin gefragt. Doch das heutige Denken in einzelnen Fächern soll einem prozessorientierten Denken weichen. Berufsspezifische Grundlagen werden selbstverständlich weiterhin im Betrieb geübt und an der Berufsschule unterrichtet. All diese Skills, die fachlichen und überfachlichen, sollen die künftigen Berufsleute befähigen, die konkreten Herausforderungen der Zukunft anzugehen. Wer diese Kompetenzen und Fähigkeiten als Lernender oder Lernende erworben hat, wird es umso leichter haben, die Stelle oder gar die Branche zu wechseln. Die rasante Entwicklung des Arbeitsmarktes wird einen häufigeren Wechsel des Arbeitsumfeldes sogar noch stärker erfordern als heute. Die Berufslehre ist für viele junge Menschen – drei Viertel aller Jugendlichen absolvieren im Kanton Zürich eine Berufslehre – der bestmögliche Einstieg ins Berufsleben. 92 Prozent aller 25-Jährigen verfügen im Kanton Zürich über einen Abschluss auf Sekundarstufe II. Möglichst alle Jugendlichen sollen einen geeigneten Bildungs- und Berufsabschluss erreichen. Deshalb ist es wichtig, leistungsschwächere Jugendliche beim Übergang in die Arbeitswelt besser zu unterstützen und geeignete berufliche Ausbildungsplätze zu schaffen. Auch leistungsstärkere Jugendliche gilt es mehr zu fördern.
Diesem Modell gilt ein sorgsamer Blick. Deshalb ist mein erklärtes Ziel, den Übertritt von der Volksschule in die Berufsbildung insgesamt zu verbessern. Der Austausch zwischen der Volksschule, den Berufsfachschulen, der Berufsberatung und den Lehrbetrieben soll gefördert werden.
Ein gut funktionierendes Bildungssystem leistet nicht zuletzt einen wichtigen Beitrag zur politische und gesellschaftliche Stabilität eines Landes. Es ermöglicht jungen Menschen eine realistische Perspektive auf ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben – integriert in unsere Gesellschaft und Gemeinschaft. Deshalb soll diese Erfolgsgeschichte weitergeschrieben werden.

Die CVP-Regierungsrätin Silvia Steiner ist Bildungsdirektorin des Kantons Zürich und seit 2017 Präsidentin der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK).