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Genau hinschauen lohnt sich

Vor fünf Jahren bin ich in die Schweiz gekommen, um als Direktorin der Italian Trade Agency meinen Teil zur Vermarktung italienischer Erzeugnisse in der Schweiz beizutragen. Schnell stellte ich fest, dass die Schweizerinnen und Schweizer sehr viel Wert auf die Qualität und Herkunft der Lebensmittel im Regal legen. Dabei spielt die Schweiz als Herkunftsland eine gewichtige Rolle – aber nicht nur bei den heimischen Erzeugnissen wünschen sich die Schweizerinnen und Schweizer Transparenz.

Auch italienische Erzeugnisse erfreuen sich in der Schweiz grosser Beliebtheit – immerhin geben die Schweizerinnen und Schweizer pro Kopf weltweit am meisten für italienische Produkte aus. Italienische Erzeugnisse begleiten durch den Tag – am Morgen wird italienischer Kaffee getrunken, italienische Mode wird gerne getragen und man lässt den Abend bei einem guten Aperitivo ausklingen. Gerade deshalb lohnt es sich, im Kaufregal genau hinzuschauen. Die italienische Küche ist weltweit bekannt für ihre Einfachheit, ihre Bodenständigkeit, ihre Herstellung nach traditionellen Methoden und, nicht zuletzt, für ihre besondere Schmackhaftigkeit. Sie macht einfach Spass und trägt zu einem guten Lebensgefühl bei. Sie spiegelt eben das italienische Lebensgefühl vom «bella vita» wider.

Da ist es nur selbsterklärend, dass auch nicht-italienische Produzenten von der Marke Italien profitieren möchten. Nicht selten passiert es, dass man im Supermarkt zum Beispiel zu Pistazien greift, die zwar auf den ersten Blick italienisch aussehen, es aber nicht sind. Prädestiniert für Herkunftsverwechslungen sind vor allem Wurst- und Käsewaren, natives Olivenöl, Weine und Spirituosen. Für den Produktnamen wird Gebrauch von der klangvollen italienischen Sprache gemacht oder die Verpackung wird von der italienischen Trikolore geziert – alles, um dem Konsumenten so vorzugaukeln, das Produkt käme aus Italien.

Das «Italian Sounding» ist nicht nur am Schweizer Markt ein grosses Problem. Weltweit wird auf diesen Trick zurückgegriffen, um nicht-italienische Produkte unter italienischem Namen zu verkaufen.

Der Italian Trade Agency ist es ein grosses Anliegen, darauf aufmerksam zu machen und italienische Erzeugnisse, deren Herkunft garantiert ist, im Kaufregal sichtbarer zu machen. Gerade kleine und mittelgrosse italienische Produzenten geniessen unsere Unterstützung, wenn es darum geht, in die Schweiz zu exportieren.

Hierbei darf nicht vergessen werden, dass es sich oftmals um familiär geführte Betriebe handelt, die für die Produktion ihrer Erzeugnisse tagein, tagaus hart, aber mit voller Leidenschaft arbeiten und mit ihrem Namen für eine entsprechende Qualität stehen.
Es bereitet mir grosse Freude, das kulinarische Erbe Italiens zu schützen. Ein achtsamer Blick beim Einkauf macht sich für die Schweizerinnen und Schweizer auf alle Fälle mehr als bezahlt.

Simona Bernardini ist Direktorin der Italienischen Agentur für Aussenhandel in Bern.