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Die einzige Welt, die wir haben

In den letzten Jahren sahen wir viele Wetterextreme, die Temperaturrekorde fielen zu Hauf, Trockenheit im Sommer und Starkregen, der zu Überschwemmungen führte, erlebten wir auch in der Schweiz. Dass sich das Klima verändert, ist nicht zu leugnen und wissenschaftlich belegt. Der Klimawandel verursacht lokale Wetterextreme, die stärker und häufiger eintreten. Selbst in den Bergen purzeln die Hitzerekorde, so zum Beispiel in Piotta (TI) oder in Disentis (GR) in diesem Jahr. In der Schweiz steigen die Temperaturen doppelt so stark wie im weltweiten Durchschnitt. Die Folge: Bauern müssen stärker Felder bewässern, Bäche und Flüsse führen weniger Wasser. Wenn es dann regnet, kann der trockene Boden das Wasser nicht aufnehmen und es gibt Überschwemmung.

Ein weiteres, gut sichtbares Beispiel für die lokalen Auswirkungen des Klimawandels sind sterbende Gletscher, verschwindende Eis- und Schneeflächen. Die Schweiz – das Land der Schneeberge – mit Bergen ohne Schnee. Kleine Gletscher wie jener am Pizol machen wenig an Eismasse aus, aber es sind viele an der Zahl. 2010 wurden in den Schweizer Alpen über 1100 Gletscher mit weniger als 0,5 km2 Fläche gezählt. Bis 2060 werden über die Hälfte dieser Gletscherzwerge verschwunden sein – so auch der Pizol-Gletscher. Ihm wird schon 2040 voraussichtlich die letzte Stunde schlagen.

Mit einer Gedenkfeier für den verschwindenden Pizol-Gletscher am Sonntag, 22. September 2019 wollen wir darauf aufmerksam machen, dass der Klimawandel auch bei uns Folgen hat und dass wir etwas ändern müssen. Dabei steht er symbolisch für viele andere Regionen. Denn was hier passiert, passiert überall auf der Welt. Der Klimawandel ist ein globales Problem mit lokalen Auswirkungen. Wir müssen uns bewusst sein, dass unser Handeln hier in der Schweiz Folgen für Menschen und Umwelt hat – weltweit.

Den Klimawandel zu bekämpfen, ist somit ein Akt der Solidarität – und aus einer Perspektive der Gerechtigkeit eine Pflicht derjenigen, die viele Treibhausgase verursachen, wie wir hier in der Schweiz. Denn global gesehen gehören wir zu den grössten Klimasünderinnen und -sündern.

Doch was können wir tun? Eine Möglichkeit ist, die CO2-Emissionen der Schweiz auf null zu reduzieren, wie es die Gletscherinitiative will. Das ist realistisch und ermöglicht der Schweiz, souverän zu bleiben. Denn die Reduktion der Emissionen im Inland – und nicht deren Kompensation im Ausland – ist die solidarische und gerechte Lösung. So müssen weder Menschen in fernen Ländern noch unsere Kinder für unser Tun und unser zögerliches Verhalten in Zukunft bezahlen.

Auch im Kleinen können wir alle etwas tun: achtsamer mit unserer Umwelt umgehen. Der achtsame Blick auf unser Land und die uns am Herzen liegende Bergwelt eröffnet auch einen achtsamen Blick auf die gesamte Erde und unsere Mitmenschen. Gemeinsam dürfen wir diese einzige Welt, die wir haben, bewohnen. Gemeinsam müssen wir sie bewahren.

Stefan Salzmann ist Programmverantwortlicher für Energie- und Klimagerechtigkeit Fastenopfer und Co-Präsident von Klima-Allianz Schweiz.