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Eine kurze Autofahrt eignet sich hervorragend für etwas Gesang, vorausgesetzt, man sitzt allein im Auto. Denn Singen tut umfassend gut, aber dennoch singen wir viel zu wenig.

1480 Chöre zählt allein die Schweizerische Chorvereinigung. Das entspricht etwa 42 000 Sängerinnen und Sängern. Hinzu kommen sehr viele Kirchenchöre, Schulchöre usw. Die Motivation, mitzumachen und an zahlreichen Proben teilzunehmen, liegt wohl in der tiefen Befriedigung, die Singen vermittelt. Singen hebt durch die Ausschüttung von Botenstoffen wie Serotonin, Beta-Endorphin, Dopamin, Oxytocin und Noradrenalin die Stimmung. Gleichzeitig wird durch Singen Stress abgebaut, weil man sich beim Singen ganz auf eine einzige Gegenwärtigkeit einlässt. Die Stresshormone Cortisol und Adrenalin werden dabei abgebaut, und der forcierte Atemfluss trägt zur Entspannung bei. Dies stärkt das Selbstbewusstsein, das Selbstwertgefühl hebt ab. Kurz: Singen tut gut und trägt zu einer innerlichen Ruhe bei.
Soll man deswegen einem Chor beitreten? Idealerweise ja, aber es gibt auch Zwischenvarianten. Zum Beispiel eignet sich das Auto hervorragend als Konzertsaal-Kapsel. Wenn man allein im Auto sitzt, ist ein Fortissimo drin, das alles zum Fliessen bringt, auch wenn einzelne Noten nicht genau getroffen werden. Laut, aber falsch, ist besser, als zaghaft an den Noten zu hängen. Es gibt auch einen idealen Zeitpunkt für ein Gesang-Privatissimo. Denn Singen stimuliert die Zirbeldrüse und bewirkt die Ausschüttung von Melatonin, das den Schlaf- und Wachrhythmus steuert. Im Alter reduziert sich die Ausschüttung dieses Botenstoffs, was Singen kompensieren kann. Wer am Abend auf dem Nachhauseweg singt, begünstigt einen guten Schlaf. Melatonin sorgt neben einem besseren Schlaf auch für einen tumorhemmenden Effekt.
Welche Alternativen zum diskreten Auto gibt es noch für eine private Gesangseinlage? Unter der Dusche singt es sich auch gut, ebenso in der Küche (wenn der Dunstabzug läuft) und in der Waschküche. Als Repertoire bietet sich natürlich alles an. Zu empfehlen sind vor allem die Lieblingsstücke aus alten Zeiten. Die kann man nämlich in der Regel noch recht gut. Dann stellt sich neben der körperlichen Selbstfürsorge auch noch ein gewisses Erfolgserlebnis ein. Man wird zum Star auf der eigenen Bühne.

Anton Ladner