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Die Corona-Pandemie macht das soziale Leben unplanbar. Ob das Konzert stattfinden wird, die Weihnachtfeier im Betrieb, der Besuch bei den Verwandten im Ausland – alles hängt in der Luft. Und die Zeit scheint stillzustehen. Das erschwert das soziale Leben. Wie damit umgehen, ohne Schaden zu nehmen?

von Anton Ladner

 

Thanksgiving, das wichtigste Familienfest in den Vereinigten Staaten, muss am 26. November auf behördlichen Rat hin ohne Verwandte stattfinden. Für die meisten ist Weihnachten ohne Verwandte aber unvorstellbar. In der Schweiz und ihren Nachbarländern will die Politik bis Weihnachten zur «Normalität» zurückkehren. Ob dies aber möglich sein wird, ist der Grund, dass dem sozialen Leben für die nahe Zukunft die Konturen fehlen.

 

Pläne für die nächsten Wochen und Monate sind riskant und haben deshalb ein grosses Frustrationspotenzial. Mit der fehlenden Visibilität, was überhaupt möglich sein wird, hat sich auch die Zeitwahrnehmung verschoben. Für die einen ist es eine schöne Entschleunigung, für andere verstreicht die Zeit aufgrund des ungewissen Soziallebens kaum. Es fehlen die Fixpunkte, die Vorfreude generieren.

 

Die Technische Universität Chemnitz hat das untersucht und kam zu dem Ergebnis, dass aufgrund der fehlenden Sozialkontakte vielen die Zeit langsamer vorkomme. Der Grund dafür liegt in der Erwartungshaltung, die nach der Beendigung des Lockdowns im Sommer so ausgerichtet war, dass das Schlimmste der Pandemie Vergangenheit schien. Das ist aber nicht der Fall. Der Verlust von sozialen Kontakten wiegt deshalb schwer und kann depressiv stimmen.

 

Der beste Umgang damit ist, sich elastisch und flexibel anzupassen. Weiterhin soziale Fixpunkte vereinbaren, neu mit der Einschränkung, sofern es denn die Hygienemassnahmen und die behördlichen Anordnungen erlauben. Sei es ein Konzert, ein Zoobesuch, ein Ausstellungsbesuch, ein Drink irgendwo, ein gemeinsamer Spaziergang, ein gemeinsames Nachtessen.

 

Soziale Kontakte sind auch eingeschränkt und unter Auflagen weiter möglich. Es braucht dazu einfach entsprechende Lockerheit und von Anfang an die Bereitschaft, eine Absage gut wegstecken zu können. Das generiert auch eine neue Spontaneität, die in sozialen Kontakten immer guttut. Denn in der Schweiz neigen viele dazu, dass bei sozialen Kontakten alles in Stein gemeisselt sein müsse. Corona zwingt, hier umzudenken. Und das ist nicht nur negativ.

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