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Über die vergangenen Jahre hat sich die Vaterschaft in der Gesellschaft stark verändert. Besonders jüngere Väter haben heute ein neues Selbstverständnis. Sie kümmern sich im Alltag aktiv um ihre Kinder. Dabei steht aber immer noch ein Aspekt im Zentrum: mit dem Nachwuchs die Welt erobern.

von Anton Ladner

Väter erziehen und betreuen ihre Kinder heute intensiver, als sie das mit ihren Vätern erfahren haben. Vor allem jüngere Väter verbringen auch mehr Zeit mit ihrem Nachwuchs, weil sie flexibler arbeiten. Denn was in Studien längst nachgewiesen ist, wird von der Gesellschaft zunehmend umgesetzt: Eine enge Beziehung zum Vater begünstigt die Entwicklung des Kindes und die Standfestigkeit im späteren Leben.

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) bezeichnet deshalb die aktive Vaterschaft als eine der wichtigsten gesellschaftlichen Veränderungen des 21. Jahrhunderts. Allerdings unterstützt die Politik diese gesellschaftliche Entwicklung sehr unterschiedlich. Beim Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub gibt es in Europa ein enormes Nord-Süd-Gefälle. Gleiches gilt für die Kinderbetreuung, die in Europa sehr unterschiedlich organisiert und finanziert ist. Die Überzeugung, Eltern sollten Familie und Beruf gleichermassen leben können, hat sich zum Beispiel in der Schweiz noch nicht genügend in politischen Massnahmen niedergeschlagen.

Trotz dieser politisch sehr unterschiedlichen Gewichtung der Familienpolitik spielen Väter heute eine wichtige Rolle in der Familie. Sie sind eindeutig mehr als Verdiener und Ernährer. Ein Vater ist eine aktive Bezugsperson. Er deckt dabei immer noch gerne – wie früher die «Teilzeitväter am Wochenende» − die risikobereiten und körperorientierten Aktivitäten ab. Das CENOF (The Central European Network on Fatherhood) wurde im Sommer 2012 gegründet und hat das Ziel, Vaterschaft aus unterschiedlichen Perspektiven zu untersuchen; es gehört heute zur Universität Wien.

Zur Ausgangslage schreibt das Network: «Unglücklicherweise werden väterliche Bezugspersonen und Vorbilder als weniger wirksam erachtet als mütterliche. Dies kommt möglicherweise daher, dass Kinderbetreuung typischer­weise nach weiblichem Verhalten beurteilt wird. Typisch männliches Verhalten wie beispiels­weise riskante Kämpfe, Mutproben oder physische Wettbewerbe werden dagegen als wertlos angesehen.» 

 

 

 

 

 

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